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Zeitschrift

Titel
Der Jude : Eine Wochenschrift / [Hrsg.: Gottfried Selig]
BeteiligteSelig, Gottfried In der Gemeinsamen Normdatei der DNB nachschlagen In Wikipedia suchen nach Gottfried Selig
ErschienenLeipzig : Rumpf 1.1768 - 9.1772; damit Ersch. eingest.
Anmerkung
Periodizität: wöchentl.
SpracheDeutsch
Online-Ausgabe
Aachen : RWTH 2012
ZDB-Nachweis2244810-X
Jahrgänge
Links
Nachweis
Zusammenfassung

Der Jude

Eine Wochenschrift

Herausgeber und Erscheinungsmodalitäten

Herausgeber: Gottfried Selig

Die zunächst auf neun Jahrgänge konzipierte Wochenschrift "Der Jude" erschien von 1768 bis 1772 in Leipzig.

Programmatik

Die Wochenschrift "Der Jude" des zum Christentum konvertierten Talmudisten Gottfried Selig (1722-1795) widmete sich nach Bekunden ihres Herausgebers der im Zeichen der Aufklärung stehenden Aussöhnung zwischen Christen und Juden. Da der nichtjüdischen Bevölkerung zu diesem Zweck zunächst ein tieferer Einblick in die Lebensweise der Juden vermittelt werden mußte, beabsichtigte Selig, der sämtliche Beiträge der Zeitschrift selbst verfaßte, "die Lehren und Sitten dieses Volks, nicht wie sie in alten Zeiten gewesen, sondern wie sie gegenwärtig beschaffen, [...] glaubwürdig abzuschildern" (Vorbericht, Jg 1, Nr 1, o. pag.)

Die Intention dieser neutralen "Beschreibung aller Satzungen und Gebräuche der Juden, sowohl zu Hause als in der Synagoge, an Wochentagen, Sabbathen, Neumonden etc." (ebd.) wie auch die vermeintlich menschen-freundlichen Absichten des Herausgebers wurden zurecht bezweifelt: Eigentlicher und kaum verhohlener Zweck der Zeitschrift war es, insbesondere christlichen Missionaren in Form eines Handbuchs vertiefte Einblicke in Ritus, Kultus und Überlieferung der Juden zu vermitteln, um auf diese Weise die Missionsarbeit nachhaltig zu unterstützen.

"Der Jude" wurde folglich seit seinem Erscheinen nicht nur von jüdischer, sondern auch von aufgeklärt-christlicher Seite heftig kritisiert, wobei dem Herausgeber neben seiner tendenziösen Darstellung zahlreiche historische Irrtümer und antijüdisch motivierte Verzerrungen vorgeworfen wurden.