Kinderbuchsammlung Walter Benjamin

Den einzigen mehr oder weniger vollständig erhalten gebliebene Teil der Bibliothek des Gelehrten Walter Benjamin (1892-1940) stellt die Kinderbuchsammlung dar. Diese konnte 1985 durch das Institut für Jugendbuchforschung erworben werden. Die Ursprünge der Sammlung gehen auf die Kinderbibliothek von Benjamins Mutter zurück, bis in die 1920er Jahre hinein wurde die Sammlung dabei immer weiter ausgebaut. Nach der Scheidung von seiner Ehefrau Dora, fiel ihr diese Sammlung zu und gelangte während der Flucht erst nach Südfrankreich und von dort schließlich nach England, wo sie sich ab 1964 in Besitz des Sohnes Stefan befand. Dessen Witwe stimmte schließlich zwanzig Jahre später dem Verkauf an das Institut zu.

Das verbindende Merkmal der Sammlung ist in erster Linie die Begeisterung Benjamins für das reich illustrierte Kinderbuch. Wenn daneben keine anderen zentralen Schwerpunktsetzungen zu erkennen sind, so fällt doch die Vielzahl der französischsprachigen und aus dem Französischen übersetzten Titel auf. Daneben finden sich einige an Mädchen adressierte und von Frauen geschriebene Werke. Die 216 Bände umfassende Sammlung stellte für Benjamin auch die Arbeitsgrundlage für seine eigenen Beiträge zur Kinderliteratur dar, wie etwa der berühmte Rundfunkvortrag zur Kinderliteratur vom 15.8.1929.

Benutzungshinweise:
Die Werke aus der Sammlung können nur im Lesesaal der Bibliothek für Jugendbuchforschung benutzt werden. Sie sind über die Fachauskunft und Ausleihe (IG Farben-Haus, Q1, EG, Raum 115) verfügbar.

Kataloge:
Die einzelnen Titel sind in den Allgemeinen Katalogen verzeichnet und können über das Portal der Bibliothek für Jugendbuchforschung recherchiert werden.

LITERATUR:

Benjamin, Walter: Kinderliteratur. Rundfunkvortrag, gesendet am 15.8.1929. In: Die Kinderbuchsammlung Walter Benjamin. Katalog einer Ausstellung des Instituts für Jugendbuchforschung und der Stadt- und Universitätsbibliothek Frankfurt/M. Frankfurt/M. 1987, 18-24.
Die Kinderbuchsammlung Walter Benjamin. Katalog einer Ausstellung des Instituts für Jugendbuchforschung und der Stadt- und Universitätsbibliothek Frankfurt/M. Frankfurt/M. 1987.
Doderer, Klaus (Hrsg.): Walter Benjamin und die Kinderliteratur. Aspekte der Kinderkultur in den zwanziger Jahren. Weinheim: Juventa 1988.










Aktuell wird die Sammlung im Rahmen eines von "Neustart Kultur" geförderten Projektes digitalisiert und wird bald an dieser Stelle zur Verfügung stehen.


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