-is Mitternacht, alsdann werden die Gäste von vielen Bedienten, welche Laternen vor ihnen her tragen, nach Hause begleitet- An diesen Laternen ist der Nahme, Sand, Rang und das Amt des Herrn, dem sie leuch­ten, aufgezeichnet: wer ohne diese Bezeichnung um Mit­ternacht auf der Strasse angetroffen wird, muß in das Gefängniß wandern.

Schauspieler, Lnftspringer, Possenreißer, Taschen­spieler, EgUilibristen, u. dergl. Mensch-n, deren Künste die Unterhaltung und Belustigung andrer zum Zweck ha­ben, gi br es in China in großer Menge: sie zeigen ihre Geschicklichkeiten bey Gastmahlen, Festen, an allen Ecken Und auf allen Strassen, wo sie Zuschauer finden. Aber -leibende Schaubühnen, Nationalschaubühnen, wie man sie in Europa nennt, sind bis jetzt dem Chinesen noch nicht zum Bedürfuiß geworden. Wo es verlangt wird, schlagt die Gesellschaft sogleich ihre Bühne auf, und gieb: Lust. und Trauerspiele, »selche von Musik begleitet werden, und unfern Rezitativen ähnlich sind. 2m Hin­tergründe des Theaters sitzen die Musiker. Jünglinge und Knaben treten in den Rollen der Mädchen auf, welche von der Bühne gänzlich ausgeschlossen sind. Man sieht große historische Stücke, deren Aufführung viele Zeit erfordert. Die Bühne ist mit bunten Laternen be­hängen, und an Prunk und Schimmer fehlt es nicht.

Marrionetten- und Schattenspiele sind in China ebenfalls beliebte Zeitvertreibe. Es giebt si> sehr kleine Marrionektenlheater, daß ein Mann das Kästchen, wel­ches das Theater in sich faßt, auf den Kopf zur Schau stellen, und die Drathpuppen mit der einen Hand lei­ten kann. Damit man den Mann nicht sehe, hüllt er sich mit dem ganzen Körper in einen langen Mantel ein, den er an den Knöcheln fest bindet. Nur die Füße