beobachtende Reisende aus gebildeteren Wclt-Gegcn- den findet bey diesem Volke des rauben Nordens Züge, welche seine Eigenthümlichkeit genau bezeich­nen. Der Lappländer ist schmutzig dunkelbraun, fast schwarzbräunlich von Farbe, bat einen breiten Mund, sebr hoble Wangen, ein ziemlich langes, spitzes Kinn, schwache, kleine Augen, die stets in Feuchtigkeit schwimmen. Hüttenrauch und Schnee, deren ver­derblichem Einfluß auf das Gesicht dieser Nordländer der größte Theil ihres Lebens ausgesetzt ist, sind die vorzüglichsten Ursachen seiner Augenschwäche, die oft, nach anhaltendem Verweilen in ewig beschneiten Thälern, in wirkliche Blindheit übergeht, welche meh­rere Tage lang dauert.

Man bat den armen Lappländer in älteren Zei­ten oft zum Gegenstand von den seltsamsten Mährchcn gemacht; er sollte einem Bären ähnlich behaart seyn, nur ein Auge haben und die häßlichsten Ausdün­stungen verbreiten. Nur an der letzter» Behauptung ist so viel wahr, daß, wie überhaupt alle Bewohner des höheren Nordens, auch ihm eine stärkere und schärfer riechende Ausdünstung eigen ist, als man bey den Eingebornen heißerer Erdstriche bemerkt. Genaue Beobachter suchen den Grund davon in sei­ner Lebensart, in dem engen Raum seiner Hütten, welche keinen freyen Umlauf der Ausdünstungen und der eingeathmeren Luft verstatten, in dem Rauch, der sie ewig umgibt, und gleichsam einwickelt, und in der Übeln Gewohnheit, keine Kleider zu wechseln, sie mögen noch so schmutzig und thranig seyn.