Wer aus Reisen in der Wüsie Beduinen antrifft, eilt ihre Zelter so bald als möglich zu erreichen, und um Schutz zu bitten; ist er ganz nahe gekommen, so rvird ibm eine freundliche, gastfrcpc Aufnabmc nie verweigert. Aber dennoch hat selbst die Ertheilunq des Schutzes den Schein einer kriegerischen Unternehmung. Aus dem friedlichen Lager sprengen mehrere Krieger zu Pferd mit eingesenkter Lanze hervor, die Ankommenden steigen von ihren Kamcc- lcn und eilen, ebenfalls mit der Lanze bewaffnet, den Streitern entgegen. Man mengt sich, wie zum Kampfe, unter einander, und beyde Theile erheben ein großes Geschrey. Aber damit ist es nicht böse gemeint; man geht zusammen ins Lager, und alles ist wieder ruhig.
Im Zelte ist die hinterste Stelle die vornehmste: sie wird dem Gaste eingeräumt.
Zu den häuslichen Arbeiten des weiblichen Theiles dieser Stämme gehört auch die Verfertigung künstlicher wollener Teppiche von bunter Farbe, welche oft so schön sind, daß sie einer europäischen Fabrikc (Ihre machen würden. Diese und der Ucberfluß an Vieh, besonders an jungen Kamcclcn sind Gegenstände des Tauschhandels der Beduinen mit andern Völkern, die ihnen dafür Getreide, Datteln, Reis, Waffen und andre Nothwendigkeiten zuführen. Gewöhnliche Eisenwaarcn schmieden sie selbst; aber der gänzliche Mangel an-Holz und Kohlen zur Heizung des nöthigen Schmiede-Ofens erschwert dergleichen Arbeiten. Man bereitet Kohlen aus Distelwurzcln, und

