Das nubischc Haus ist von Erde erbaut, mit Stük- ken Hol; von Palm-Daumen untermischt, die beson­ders ;u Einfassungen der Thüre und andrer Oeffnun- gcn und Abtbeilungen dienen. Nicht alle Theile des Hauses sind bedeckt, und wo diese Bedeckung Statt findet, so besteht sie aus langen Büscheln von Durra- Strob, wovon der Besitzer auch noch beliebigen Ge­brauch als Holz für seine Küche macht. In einem Lande, wo der Regen selten ist, braucht man kein eigentliches Dach, welches in dem niedrigen Hause nur die Hitze vermehren würde. Willkommncr und wohlthätiger sind nabc Palm-Baume, welche Kühlung und Schatten gewahren, und die Bewegung der Luft vermehren. Der Nubicr baut sich daher unter ihrem Schutze an, und drangt noch über dieß seine Woh­nung, wo er kann, an Felsen hin, die ihr Festigkeit geben.

Ein neuerer Beobachter hat bey diesen von Pal­men ganz umpflanzten nubischen Wohnungen die Bemerkung gemacht, daß sie gleichsam unsichtbar, wenigstens völlig unkenntlich werden, sobald die Sonne in ihrem höchsten Standpunkte keine Schatten an den Körpern mehr angibt, und die Formen da­durch anders bezeichnet werden, als gewöhnlich.

Es macht einen eignen Eindruck, sich um Mit­tag unter den Wendekreisen sich selbst und die Ge­genstände umher als einen Mittelpunkt des Lichtes, dessen Strahlen wie in einem Brennpunkt zusammen getreten sind, zu erblicken; zu sehen, wie die Natur, alles Schattens jetzt beraubt, sich zusammen drückt,