— rzr —
henbs etwas Geseztes, wodurch sich das Kräftige in ihren Unternehmungen sehr leicht ausspricht, sie aber auch öfters minder gefällig bei Ausländern macht. Bet ihren Vergnügungen sind sie nicht leicht ausschweifend; doch werden das Spiel und die Frauenzimmer am gefährlichsten für sie; da sie gewöhnlich leidenschaftliche Freunde dieser Vergnügungen sind. Bei ihren gvttesdienstlichen und Familicnfesien bleiben sie dem Volkscharakter treu, und feiern diese zwar mit gehöriger Würde, jedoch nicht mit übertriebenem Auswande. Ucberhaupt ist der Preuße mehr für geistigen G'.nuß, daher man Kunstwerke, schöne Gärten und sonstige Anlagen, vorzügliche Bibliotheken, Kunst - und Naturaliensammlungen mehr und häufiger unter ihnen antrifft, als man dieß sonst, nach der allge« mein herrschenden Sparsamkeit, bet ihnen erwarten sollte. — Ihre Sprache ist unter dem gemeinen Mann fehlerhaft, und besonders durch die häufige Verwechs- lung des Dativs mit den Accusativ, wo das mir gewöhnlich für mich, und mich statt mir gebraucht wird, für den Ausländer öfters unverständlich; nichtsdestoweniger hat sie doch etwas Angenehmes im Ton, da sie sanfter und wohltönender lautet, als manche harte süd- deutsche Dialekte, wie z. B. der österreichische oder bat« rische. Ucbrigens trifft man diese fehlerhafte Aussprache, vorzüglich doch nur unter der geringern Klasse der Einwohner an, da die höhern Stände, gewöhnlich schon in den Schulen zu einer korrektern Sprache angehalten werden. Die Erziehung und die Schulen waren sonst sehr gut, und sind noch vortrefflich eingerichtet; doch haben

