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Vom Sinne des Gesichtes.
Der Sinn des Gesichtes ist einer der edelsten Sinne. Cr führt uns eine Menge von Gegenständen in großer Entfernung und auf einmahl zu, wahrend andere Sinne bey weitem nicht so viele Gegenstände, oder nur Gegenstände zuführen, welche sie unmittelbar berühren. Das Werkzeug dieses Sinnes ist das Auge ■— und das Auge nennt man oft mit Recht — das Licht des Leibes. Die Natur hat bey dem Baue des Auges eine bewnndernswürdige Kunst bewiesen. Vor allem hat sie das Auge gegen Beschädigungen von aussen zu verwahren gesucht, und zu diesem Ende sind die Augenlieder, die Augenbraunen, die Wimpern da. Das Auge liegt dann in einer aus mehrere Knochen zusammengesetzten Höhle. Zur Be, wegung desselben dienen verschiedene Muskeln. Das Auge selbst besteht aus verschiedenen Säften und Häuten. Die äusserste Haut heißt man die Hornhaut. Sie ist weis, zähe, dicht und besonders noch hinten zu sehr dick. Vorwärts ist sie in eine andere, durchsichtige aus vielen Blättern, zwischen welchen sich eine durchsichtige Feuchtigkeit befindet, bestehende Haut gleichsam eingehoben. — Man heißt die, se die durchsichtige Hornhaut. Unter der Hornhaut liegt die Augenadern, haut. Sie umgibt das Auge auf die nämliche Art, wie die vorhergehende, ist aber viel feiner, auswärts dunkelbraun, und einwärts bey den Menschen beynahe schwatz, bey den Thieren aber auf verschiedene Arc gefärbt. Hinter ihr liegt die Trauben- haut, die verschiedentlich, blau, grau, schwarz, u. s. w. gefärbt ist. In der Mit- te ist ein Loch - der sog-mannte Augenstern. Endlich die letzte Harrt ist die Netzhaut. Sie ist eigentlich der ausgebreitete Sehenerven, der aus dem Ge, Hirne herunter in das Auge geht. Zwischen diesen Häuten liegen verschiedene Feuch, tigkeiten. Die erste heißt die wässerigte Feuchtigkeit. Sie liegt zwischen der Horn und Traubenhaut, und wiegt allenfalls 5 l Gran. Die zweyte ist die Kry, stall-Linse. Sie gleicht mehr einem festen Körper — allenfalls einem Stückchen Eis, das aus mehrern auf einander folgenden Blättern besteht, und ist vorwärts flach, hinterwärts gewölbt. Unter der Netzhaut liegt die gläserne Fluchtig- keit, sie füllt die ganze hohle Flache derselben.

