Naturgeschichte des Krokodills.

Dieses fürchterliche Thier ist die allergrößte Gattung der Eidechsen, und der Ele­phant der Amphibien (der Thiere, die auf dem Lande, und in dem Wasser leben können.) Der Kopf desselben ist hinten breit, vorne zugespitzt, und mit großen viereckigten Schup» P«n bedeckt. Die Augenlieder sind runzelig, und ragen hoch hervor. Die Augen gleichen den Augen eines Schweines, stehen weit hervor, funkeln zuweilen, bewegen sich aber nicht. D -s Maul ist sehr weit, und öffnet sich bis an die Ohren. Die Kie» fern sind mit einer Reihe von fünfzig spitzigen, langen und runden Zahnen versehen. Die Nasenlöcher sind klein, und halbmondförmig. Unter den Augen sind zwey Oeffnung- en statt der Ohren. Der Körper ist gerade. Die Beine sind auswärts gebogen. Dle Vorderfüße sind mit fünf spitzigen krummen Klauen, die Hinterfüße aber mit vier be­waffnet. Die Zehen der Vorderfüße hangen durch eine Schwimmhaut zusammen; die Zehen der Hinterfüße sind abgesondert. Der Leib ist mit zwanzig bis vier und zwanzig Queerrethen langlichter, vtereckigter harter Schuppen bedeckt, die so stark sind, daß kein Musketenschuß durchdringt. Der Schwanz istso lange, als der Körper, an bey­den Seiten etwas platt gedrückt, und oben mit einer doppelten Reihe schuppigter Zacken beseht. Der Bauch, der Untertheil des Halses und des Kiefers, die hintere Seite der Beine und die Tatze sind mir zarten, beynahe viereckigten biegsamen Schuppen besetzt. Die ägyptischen Krokodille sind unter allen die größten, und man findet einige, die acht» zehn bis vierund zwanzig Schuhe lang sind. Sie wohnen vornehmlich im Nilstrome. Die Alcen erzählen manches fabelhafte von ihnen, daß sie z B weinen, und die Stim» me eines schreienden Kindes nachmachen sollen, wenn sie Menschen an sich locken wollen. Die Krokodille liegen meistens an den Ufern der Flüsse unbeweglich, und lauern auf ihre Beute. Fische, Infekten, Thiere, ja sogar Menschen, wenn sie allein sind, su» chen sie zu erhäschen, indem sie schnell mit einem Sprunge darnach losfahren, oder sie durch einen heftigen Schlag mit dem Schwänze tödcen. Können sie solch« in das Was» ser bringen, so rauchen sie gleich unter, und ersäufen ihre Beute- Der Krokodill wird, wie die andern Amphibien, aus einem Ey gebohren- Daö Weibchen legt in einem Ta« gr zuweilen über hundert Eyer, dle aber nicht größer als eln Gänseey, und mir einer harren weifen Schale bekleidet sind. Es legt diese Eyer in ein großes Loch, welches es hernach wieder mit Sand verscharret, und überläßt das Ausbrüten den Sonnenstrah­len. Zur Zeit der Ausgeburt scharret es die Eyer wieder heraus, und zerbricht die Schale, da denn die Jungen in großer Anzahl herauskriechen. Die Mutter nimmt sie nun auf den Rücken, und eilt mit ins Wasser. Allein das Männchen würgt von denselben, so viele es kann, es bleiben gewöhnlich der Mutter selten mehr als fünf oder sechs. Diese wachsen nun sehr schnell, und leben dreyßig, oder wie manche behaupten, auch wohl hundert Jahre.