122

Natur kennen zu lernen! In der Welt zu leben, umgeben von den mannigfaltigsten Gegenständen, und sie nicht zu kennen, als ei» verstandloser Frcindling unter den­selben einherzuwandel», nein! das ist für einen vernünf­tigen Menschen eine Schande. Siel) hin, wohin dein Auge reicht, überall findest du etwas zu bewundern und zu lernen, überall erblickst du Schönheit, Ordnung und Zweckmäßigkeit, überall ein reges, unaufhörliches Leben! .Ein Mensch, der sich darüber nicht freuen, der dabei ganz gleichgültig seyn kann, verrath Mangel an Gefühl fürs Schöne und Große. Darum, mein lieber Sohn, sey allezeit ein Freund der Natur, und versäume keine Gelegenheit, bei der du sie naher kennen lernen kannst.

Lieber Vater, sagte Wilhelm, ich liebe ja die Natur recht sehr. Du weißt, wie wohl ich mich immer befinde, wenn wir bei Herrn von Seebach auf dem Lande sind. O auf dem Lande ists doch weit schöner als bei uns in der Stadt! Wenn uns Herr von Sccbach nur bald wie­der einladen möchte!

Du hast Recht, sprach der Vater, auf dem Lande ist es schön zu leben. Aber auch die Stadt hat ihr Ange­nehmes und Gutes, und alle können wir nicht auf dem Lande leben. Doch genug hievon. Jetzt zu etwas anderem. Ich habe eine kleine Lustbarkeit vor. Ich seh'es deinem freundlichen Gesichte an, daß du daran gern The»! nehmen möchtest. Es kann geschehen, wenn