7 1
Eduard lieble eine Mutter, an welcher er mit ganzer Geel« hin,, und von der er zärtlich geliebt wurde. Schon lange fühlte sie den nahenden Tod in einem Alter, wo sie gern noch gelebt hätte um ihren lieben Sohn zu erziehn. Aus Liebe zu ihm verbarg sie ihm lange ihren abnehmenden Gesundheitszustand. Als er bemerkte, daß ihre Kräfte immer mehr sanken, war er doch der letzte, der ihre Genesung hoffte, ejneHoffnung, welche die zärtliche Mutter selbst zu erhalten sich bemühte. Nur nach und nach gewöhnte sle ihn an den Gedanken seines Verlustes, damit, wenn der Fall einträte, Eduard nicht zu sehr davon erschüttert «erden möchte.
Die Mutterliebe schien ihrrKräfte zuverlängern- Oftver- shrach Eduard der gelie trn Mutter, nie ihre Lehren zu vergessen: ach, die Mutter kannte die WeltunddasHeervonGefahren zu sehr» welche die Unschuld umlagern, besonders wenn sie ohne Mentor und sich selbst überlassen ist; sie fand wenig Trost in seinen Zusagen!
Wenig Auaenblrcke vor ihrem Tode gab sie ihm mit diese» Worten ihr Bild: Ich sterbe, ohne mir große Vorwürfe machen zu dürfen. Vorwenig Tagen habe ich mrch abmahlen lassen, um -L. dir ein bleibendes Andenke» zu hinterlassen. Hier hast du, lieber Eduurd , mein letztes Geschenk und die letzte und dringendste Bitte die ich an dich thun kann. Meiner Pflicht treu, halteich vielleicht die einzige Schwachheit dich zu sehr zu lieben. Du wirst in diesem Bilde die Züge deiner sterbenden Mutter, dieauf der Welt nichts ungern verläßt als dich, finden. Gieb ihm die Stelle über deinem Bette und laß jeden Tag deinen ersten und letzten Blick auf demselben weilen. Es wird dich an unsre Gespräche, die Beweise meiner Liebe, erinnern. Die Furcht, vor
D z dem-

