pflichtwidrigen Handlungen zu verleiten. Aber wenn unseres Müllers Sohn, der Soldat, zur Exerzierzeit wie, der i» die Stadt konunen muß, und da dem Feldwebel einen Schinken und ein Fäßchen Butter mitbringt: so besticht er diesen nicht, sondern er gewinnet ihn. Denn es kommt auf den Feldwebel viel an, wenn ein Soldat um Urlaub bittet, und ihn erhalten soll. Der Mann ist nun um so ge, neigler, sich für den Sohn des Müllers zu verwenden, weil er siehet, daß ihm seine Bemühungen schon im voraus durch ein Geschenk reichlich vergolten sind.

Ihr aber, Karl und Adelheid, seid wirklich bestochen worden, ohne daß Limburgs Kinder dieses vielleicht wollten. Ihr seid parthensch und darum ungerecht. Hatte nur Wil­helm für Adelheiden ein par seidene Handschuhe beigelegt, o, wie sehr würde sie den lieben Vetter vertheidigen! Dann spräche sie nicht mehr, der Brief ist lieblos, sondern offen­herzig, natürlich geschrieben. Dann hieße es nicht mehr: Wilhelm ist ein Lügner; sondern, mau sähe es gleich aus seinem Briefe, daß er dem Bruder Karl viele Aufmerksam­keit beweise, weil er so schönes und wohlriechendes Papier dazu genommen, und die Buchstaben gleichsam hingcmahlet habe. Aber Karl würde über Emiliens Brief auch nicht ge­spottet habe», wenn diese wenigstens die Worte hingesetzet