94

vieler Genauigkeit suchte Emil die gedruckten Buchstaben im Schreibckalcndcr des Vaters auf seinem Papiere nachzuah­men, und hatte die Freude, daß ihm seine Arbeit wohl ge­lang. Als er aber bis zu dem Ende des Januars gekommen war, bemerkte er, daß die Buchstaben in den letzter» Zeilen mehr und mehr an Größe zugenommen halten; er schnitt daher ganz geduldig das Blatt aus seinem Buche, und schrieb alles mit der ncmlichen Sorgfalt noch ein Mal- Auch an die­ser Schreiberei fand er etwas auszusetzen, zerstörte seine Ar­beit wieder mit der Schere, und ließ es sich nicht verdrieße», zum dritten Male die Feder anzusetzen. Der Januar schien ihm nun untadelig geschrieben zu sein; daher gieng er mit neuem Eifer zum Februar über. Dieser wurde vier Mal anders geschrieben.

So viele Geduld hatte ich nicht gehabt! sagte Eduard- Nun waren erst zwei Monate fertig, und die zehrn folgen­den noch rückständig. Du mein Himmel, noch zehrn!

Sich, mein Sohn, erwiederte der Vater, das ist eben der Anfang der Ungeduld, wenn man immer an das Ende denkt, und dasselbe nicht ruhig erwarten kann. Emil halte den März angefangen, als die Feiertage zu Ende waren, und die Lehrstunden nebst den Schularbeiten ihn hinderten, feine Arbeit fortzusetzen.