138
bei ihrer Mutter gesessen hatte/ fieng sie an: weißt du, Mutter, wa« die Försterinn morgen zum Geburtstage bekommt? — Du weißt nicht«, Gustchen! rief ich schnell. Aber da« weißt du, daß du zu schweigen versprochen hast! Ja, erwie, derte Auguste, Gotllieb wirds uns nicht allein gesagt haben, er sagl's gewiß auch Amtmanns Fritzen und Steiner!« Löffeln-
Laß du ihn das sagen, erwiederte die Mutter, du darsst das, was du weißt, doch nicht ausplaudern, wenn du zu schweigen versprochen hast: denn du brichst sonst dein Wort. Christel, e« war brav, daß du Augusten von einem Fehltritte abhieltest. So höre ich dich gern sprechen.
Sehet Kinder, da« sagte die Predigerinn zu mir und Gustchen, und ihre Worte sind so wahr, daß ich sie euch ze- he» Mal wiederhohlen möchte. Die Entschuldigung: ja, er sagt e« gewiß nicht mir allein, sondern allen Leuten, gilt gar nicht« ; ihr müßt dessen ungeachtet schweigen, weil ihr dasselbe versprochen habet.
Jetzt hatte sich die Sonne mehr zum Untergänge geneigt; Karl war aber noch nicht erschienen. Gewiß hat er lange auf den Hut warten müssen, sagte Adelheid. Ach, er hat sich wohl gar in dem Walde verirret, erwiederte Minna ängstlich. Er wird vielleicht die Hitze haben vorüber

