die Kraft seines neue» Königes fühlte, feine Hauptstadt Stuttgard von Mauern entblößet sahe, und endlich gezwun­gen wurde, selbst mehrere gefährliche Burgen zu schleifen. Rudolph gebot von nun an, daß keiner eine Burg baue, welche dem allgemeinen Wohle nachlheilig werden könnte. In Thüringen allein ließ er sechs und sechzig Burgen nie­derreißen, und die gefangenen Raubritter, Ungeheuer, wel­che das Land verwüstet hatten, enthaupten cder hangen. Acht und zwanzig solcher adeliger Straßenrauber wurden zu Ersurth von dem gegenwärtigen Könige selbst verurtheilt- Aber er hielt auf strenge Gerechtigkeit; daher sahe man ihn in eigener Person bald in dieser, bald in jener Stadt zu Gerichte stgen. Cr hörte gern die Klagen der einzelnen Un­terthanen mit eigenem Ohre, und ließ seine Thür jedem Be­drängten öffnen. Seine Wache hatte einen armen Mann verhindert, vor ihn zu kommen; da befahl Rudolph, niemand den Zutritt zu verwehren, und setzte dazu: bin ich denn Kö­nig geworden, um verschlossen zu sein? Die Leute, welche den Zoll auf der Heerstraße, erheben mußten, erhielten einen Befehl von ihm, in welchem unter andern stand: das Ge­schrei der Armuth ist vor meine Ohren gekommen; die Rei­senden zwinget ihr zu Auflagen, die sie nicht bezahlen sollen, zu Lasten, die sie nicht ertragen können. Haltet eure Hände