Menschen, besonders die Mädchen, finden eine wahre Wonn» darin, ganz in Thränen zu zerfließen, und wollen nicht getröstet sein.

Doch Eduard wie wird sich der lebhafte Knabe dabei benehmen? Er war lustig und guter Dinge, und freuet« sich recht aus Karls Abreise. Er liebte die Veränderung, und dachte mit vielem Vergnügen daran, wie ganz anders es sein würde, wenn Karl nicht mehr hier sei. Er war dann der einzige Sohn, versprach sich von allen Seiten mehr Liebkosungen, und mehr Ausmerksamkeie seiner Geschwister. Die Kainnier, welche er jetzt mit Karl» theilte, gehörte dann ihm allein an, den Schlüffel zu dem kleinen, grünen Pulte konnte er nun in die Tasche stecken, da er vorhin als ge­meinschaftliches Gut an einen besondern Nagel gchängct wurde- Er hatte neulich in der Lehrstuude gesühlet, wie an­genehm es wäre, wenn sich der Vater mit ihm allein unterhielt, und darauf freuete er sich ebenfalls, auch auf da» Beet im Garten, das ihm nun ganz gehören würde. Eben so reizend >var ihm die Gelegenheit, an einen entfernten Bruder nun Briese schreiben zu können: denn er halte >vohl an einge­bildete Personen in seinem Ucbungsbuche viele Briefe ge­schrieben, aber »och nie an wirklich lebende Menschen. Ge­nug, jede kleine Veränderung stellte sich ihm so reizend dar,