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Mittagsbrod mit. Es wurde licifs. Ermüdet setzten sich beide unter einen Baum , und Gottfried schlief bald ein. Da machte sich Wilhelm über das Essen, und verzehrte alles, was sie mitgebracht hatten. Als er damit fertig war , lief der böse Knabe davon und ging ins Dorf zurück.
Die Sonne ging unter und es ward Abend, da erwachte der kleine Gottfried. Er sah sich überall nach seinem Bruder um, und als er merkte, dass er allein und verlassen war, ling er bitterlich an zu weinen und zu klagen. 0 ich armes Kind! sprach er, was soll ich nun anfangen! Wie soll ich den Weg nach Hause finden ! Was soll aus mir werden, wenn ich die Nacht im Walde zubringen muss!
Als er so klagte, fuhr eine Kutsche mit vier schönen Pferden durch den Wald. Der reiche Herr, der in der Kutsche sal's, war ein guter Mann und hatte Mitleid mit dem weinenden Knaben. Der Kutscher musste halten und ein Bedienter holte den kleinen Gottfried herbei. Gottfried erzählte, wie es ihm gegangen war. Der reiche Herr liess ihn in den Wagen heben, und nun ging es schnell fort zu dem Schlosse, wo er wohnte. Gottfried wurde gut bewirthet und schlief des Nachts in einem schönen weichen Bette. Am andern Morgen sollte Gottfried wieder zu seinen Aeltern gebracht werden, aber der Knabe konnte das Dorf, wo sie wohnten, nicht nennen, und wusste nicht, wie sie hiessen.
Er musste auf dem Schlosse bleiben. Er war so gut und folgsam, dass sein Wohlthäter ihn sehr lieb gewann und ihn sorgfältig erziehen liess. Als er erwachsen war, schenkte ihm der gute Herr ein Haus und Land und Wiesen dazu. Gottfried konnte nun viele Kühe und Pferde halten und lebte vergnügt und glücklich.
Eines Tages, als er von seinem Felde nach Hause ging, begegnete ihm ein armer Mann, der nur mit Lumpen bedeckt war. Gottfried gab ihm ein Almosen und ling ein Gespräch mit ihm an, um zu erfahren, wodurch der arme Mann in’s Unglück gerathen war.
Ach ! sprach der Bettler, ich habe es in meiner Kindheit an meinem armen Bruder verdient, dass es mir so unglücklich geht ! Gottfried fragte ihn, wie er das meinte. Der arme Mann erzählte ihm, er hätte

