Die Afterjungfern.
ss
DaS Weibchen legt ihre länglichen Eytr zu Ende des Sommers in das Wasser; daraus kommen die sechsfüssigen Larven, diese haben am Munde statt der untern Kinnlade eine gelenkte, häutige Zange, die sie, andere Wasserinsecten zu fangen, geschickt ausstrecken, und wieder geschwind zurückziehen können. Nach drey Häutungen zeigt sich die unvollständige Puppe, woraus in folgendem Frühlinge die Libellen auskommen.
Die gemeine Libelle *), libelulla vulgatissima (k«F. i.) hat ein gelbes Bruststück mit acht schwarzen Strichen. Der hintere Körper ist schwarz, und mit gelben Strichen und Flecken besetzt. Sie wird allenthalben in Europa angetroffen.
i ») vie gemeine Libelle wirb an einigen Orten ron den Linbern Glaser, an andern Schneider, und in Lrießland Schuhflicker genannt.
Unter den Afterjungfern ist der Ameisenlöwe ( Fig. 2. ) der merkwürdigste^ Eigentlich ist es die Larve (Fig. «.), die sich von Ameisen und andern kleinen Jnsecten nährt, und, da sie in Ansehung dieser Thierchen eben dasjenige ist, was der Löwe in Ansehung der vierfüßigcn Thiere zu seyn pflegt, den Nahmen Ameisenlöwe erhalten hat.
Sie macht sich zu dem Ende im Sande unterirdische Gänge, und am Ende derselben eine trichterförmige Grube, läuft rückwärts, und wirft mit ihrem Zangengebiß den Sand in die Höhe, verbirgt sich, und wartet mit offenen Freßzangen, bis eine Ameise, oder anderes kleines Insect in den Trichter kommt, welches sie dann fängt, aussaugt, und darauf wieder aus dem Grübchen wirft, um es von neuem in Ordnung zu bringen (Fig. b. c.)
Die erwachsene Larve fängt zur Zeit ihrer Verwandlung an ganz unthätig zu werden, und sich vermittelst eines in seinem Hinterleibe befindlichen Werkzeuges seidenartige klebrige Faden zu spinnen, womit sie die feinen Sandkörnchen zusammen leimet, und sich daraus ein rundes, hartes Gehäuse verfertiget ( Fig. d.'), welches im* gefähr die Größe einer Haselnuß hat.
Nach vier oder fünf Wochen durchbricht der Ameisenlöwe sein rundes Gehäuse,' worin er wie ein Bogen zusammen gekrümmet liegt ( Fig. e. f. g .), und kommt nunmehr in einer ganz andern Gestalt, nähmlich als ein geflügeltes Insect zum Vorschein, welches einer Wasserjungfer gleicht. Der lange Hinterleib hat eine dunkelbraune oder blaue Farbe, und ist in verschtedne Absätze eingetheilet, zwischen denen sich hellgelbe Ringe zeigen (Fig, 2.). Seine Hülle läßt er (Fig, b,) gewöhnlich am Orte seines Ausganges stecken *).
*) Zinntte Naturspstem s. Th. a. 35 . S. 761. u. 6. f. Lösele sott Rofentjof In- fectcit - 23 clu| 3 iguti 3 I. Theil ber wasserinsecten 2. Classe. Tab. V. und z. Theil. Tab.
XVII. XVIII. XVIV. XX. XI. Leekc allgemeine Natur - und Thiergeschlchte S. ;i;. ri. b. f. Raffe Naturgeschichte für Linder. S. -s,. Lberts Narurlehre z. S. ri».
«nb 22y. Briefe.

