Nur wenige Schnecken werden gegessen. Aus einigen Arten erhielten die Alten den sonst so geschätzten Purpur. Die Schalen werden in der Arzeney gebraucht.

Der Perlenmutter - Nautilus (O.

Der perlen - Nautilus , die dicke Schiffskuttel, nautilur poropilius, gehört unstreitig unter die ansehnlichsten Schnecken. Fig. i. lit. a. ist diese Schnecke in ihrer na­türlichen Gestalt abgebildet, ohne daß die Kunst etwas daran gethan hat, als daß der Meerschlamm, der sie zuweilen umgibt, davon abgenommen ist; röthltche in das Braun­gelb fallende Welle», und Flammen ergicsscn sich auf einem hellen Grund. Dle Schwär­ze , die sich an dem Bogen zeiget, wo die Gewinde hineinwärts gehen, ist natürlich, und rühret von dem Saft her, den das Thier, so sich oben in der Mündung als ein dicker Klumpe aufhält, nach Art der Blackfische von sich gibt. Das Thier selbst ist ein Polypus oder Vielfuß, und sitzet nur durch eine dünne Schnur, die vermittelst einer Röhre durch alle Kammern gehet, an dem Mittelpunct fest. Der Kiel dieser Schnecke, welche oft auf dem Wasser zu schwimmen pflegt, ist rund. Sie wachsen vielmahls in der Größe von ein bis anderthalb Schuh im Durchschnitt, die Schale aber wird niemahls dicker, als ein Messerrücken. Man findet sie am häufigsten an der Spitze von Afrika bey dem Vorgebirge der guten Hoffnung , wo sie nach dem Sturm auf der Höhe des Meers schwimmen, und nur durch ein Glück von Fischern erhäschet, oder durch einen Zu­fall, wenn das Thier abreiffet, und heraus schleudert, an den Strand geworfen werden.

Fig. i. lit. b, erscheinet diese Schnecke ohne die äußere bunte Decke, und ist abgezogen. Eine hellglänzende Silberfarbe mit grünen Flammen , über welche sich ein Roth wie Aepfelblüthe ausbreitet, das bey jeder Wendung in Regenbogenfarben spie­let, gibt dieser Schnecke ein sehr prächtiges Ansehen *).

In den rc*rigcn Seiten habe» sich die Lünsller sehr damit abgegeben, sie zierlich zu schneide»» und init erhabener oder durchgebrochener Arbeit auezuzicren , oder sie auch nur zu stechen, und die Linien init Lohlcnstaub cinzureibcn, da man denn öfters die ganze Schale mit hicro- glpphischen zignren, Lachanalie», Jagden, Zischcrepen, vlumcnwerk, biblischen und pro­fane» Geschichten, wahlsprüchcn, Wappen, Nahmen und dergleichen besetzet findet, vies« also zubereitete Schalen wurden dann ferner in Silber und Gold gefastet, auf einen § ge- seget, und zu llrinkgeschirren gebraucht, weil fic öfters mehr, als ei» Maaß Getränke hal­ten können. Inwendig werde» auch öftere die Lämmern bis auf den Mittelpunct durch- fchnitrcn, und daselbst eine sehr niedliche §lgur eines Leims angebracht.

Fig. i. lit. c. wird diese Schnecke im Durchschnitte gezekget, und zwar so, daß alle Kammern bis zur kleinsten, die im Mittelpuncte ist, erscheinen. In dem Mittel- punct sitzet der Einwohner mit einer Schnur fest. Diese Schnur geht durch alle Kam­mern vermittelst einer Röhre, die überall in der Mitte der Scheidewände befestiget ist, bis in die vorderste und weiteste Kammer durch, welche die eigentliche Wohnung des Thieres ist **).

«») Linnee, Naturspstem 5. lkh. i. 8. S. zzr. Naturaliencabinet Th. S. ?«.

T«b. B. l , II, Leske algcmeine Natur - und Tiergeschichte S. skz. A äff« Naturge­schichte für Linder. S> uo. L »eet« klalurlehre z. llh. 244 Drief.