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IV 4
(vlelschalige Muscheln).
Zu den vielschaligen Muscheln gehören nur drey Gattungen, nähmlich die Raser- Muscheln, die Meereicheln und die pholaden.
Die Käfermuscheln, wovon ungefähr neun Arten bekannt sind, haben ein ovales Gehäuse, welches aus verschtednen, neben einander liegenden Blättern oder Schalen besteht , und nicht so hart und talkartig ist, wie die Schalen der andern Con- chylien *).
») $ig. s. ist der obere , uni Sfff. 4. der unkerelThcik einer Lafermuschel abgebildet. 1
Die Schale der Meereicheln besteht aus vielen ungleichen Stücken, und ist an der Wurzel an einen andern Körper befestiget. Unter den zehn Arten, welche tu dieser Gattung gehören, ist vorzüglich die Entenmuschel merkwürdig, welche ihren Nahmen von der fabelbaften Meinung einfältiger Leute erhalten hat, welche sich einbildeten , daß diese Muscheln auf den Bäumen und zwar aus dem faulen Holze wuchsen, und daß hernach daraus junge Enten hervor kämen. Man findet sie gemeiniglich an schwimmendem Holze und andern Körpern befestiget. Bey Ueberschwemmungen setzen sie sich auch bisweilen an die Bäume an; und wenn nun etwa von ungefähr eine Menge Enten in derselben Gegend erscheinet, so glaubt der gemeine Mann gleich, hinlänglichen Grund zu haben, den Ursprung der Enten aus diesen Muscheln, und den Ursprung der Muscheln aus den Bäumen herzuleiten.
Die pholaden, welche man auch Stetnmuscheln und Steinbohrcr nennt, haben zwey große klaffende Schalen, welche hinten noch mit einigen kleinern Schalen versehen sind. Sie arbeiten sich, und zwar ohne Zweifel durch Hülfe einer besondern ätzenden Feuchtigkeit, in die härtesten Felsen, auch in die an der See stehenden alten Pfähle hinein; welches gemeiniglich geschieht, wenn sie noch nicht die Größe eines Senfkorns haben. Denn man findet oft in zerschlagenen Felsen, wo man äußerlich keine andere Spur, als kleine Löcherchen von der Größe eines Stecknadelknopfs bemerkt, viele hundert Pholaden, die so lang und dick wie ein Finger sind. Es gibt ungefähr sechs Arten von dergleichen Muscheln, wovon einige ein sehr schmackhaftes Fleisch haben, und im Finstern ein Licht von sich geben *).
Cinne, , rrafurrwWm g. Tb. v. Lnorre, Nat>-ralicncabi»et v. ll. Fig. 2. 3 .
Eberto Naturlchre z. 33 . 242 Brief.

