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verspreche ich dir eine hohe Belohnung, du ersparst dem Menschen die Qual der Tortur, und vielleicht erlaube ich dir, bei unserm Kaiser und Herrn für ihn um Gnade zu bitten!" Judith wankte, ihrer kaum selbst mächtig zum Zimmer hinaus, um zu Rabner in das Gefängniß zu eilen; da begegnete ihr draußen der rothe Jobsb „Siehst du wohl, Judith!" sagte er, indem er sie bei der Hand nahm, „das sind die Folgen, wenn man solche hinterlistige Duckmäuser ehrlichen, frohen Leuten vorzieht! Wie lange habe ich nicht schon um dich geworben? Du könntest schon längst die junge Frau Kastellanin hier auf dem Schlosse sein. Aber du hast dich an den Rabner gehangen, den jetzt die Raben fressen werden!" „O, laß mich!" sagte Judith weinend, „laß mich den schweren letzten Gang thun und spotte nicht über mein Unglück!" „Ich meine es gut!" fuhr Jobst fort, und hielt das Mädchen zurück: „Mache dir nicht mehr viel mit dem Menschen zu schaffen, du rennst sonst in dein eignes Unglück, wirst vielleicht noch als Mitschuldige betrachtet, und es geht dir auch noch an's Leben. Bleib lieber bei meinen Eltern und in meinem Schutze, in der Stadt wird man gewiß schon mit Fingern auf dich zeigen; warte hier die Sache ab, ich werde dich nicht verlassen!" „Nein!" rief Judith, „lieber will ich mit ihm sterben, als mit dir leben!" und mit diesen Worten riß sie sich von ihm los und eilte nach dem Gefängnisse hin. Auf einen Zettel von des Hauptmanns Hand, den sie dem Stadtfrobn vorzeigte, wurde Judith zu dem Gefangenen gelassen. Rabner saß still und versunken, und traute seinen Augen kaum, als er seine Judith Hereintreten sah. Er breitete ihr die Arme mit Sehnsucht entgegen; sie aber blieb vor ihm stehen, betrachtete ihn lange mit schwimmenden Augen, und sagte endlich: „Ich komme nicht, um dich zu trösten, sondern um eine sehr ernste Frage an dich zu thun! Erinnere dich der Stunde, wo du mich so treuherzig frugst, ob ich dich lieb hätte und deine Braut werden wollte? da gab ich dir ohne

