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ten dringend, die mit Hämmern, Senien und Aexten immer zahlreicher herbeiströmenden Sensenschmiede, die Strafbaren in das Burgverließ zur langwierigen Einsperrung abzuliefern. Dann kniete Johann vor die auf ihrem todten Kinde laut klagende Mutter nieder, faßte ihre Hand, und suchte sie weinend zu trösten.
Indeß die Augen fast aller Umstehenden sichtlich von innerer Rührung zeugten, rief ein neugierig herzudrängender Bauer, dessen kaum bestellte Wintersaat gestern das Heer der Hunde zerwühlt hatte: „Sagte ich's nicht: das sind die Wölfe, welche der Zeidler Kinder würgten." Dieses mit Gift der Hölle gewürzte Wort fiel fruchtbar auf den schwarzen Boden einiger unedlen Gemüther; das schon früher entstandene Gemurr nahm zu, Verwünschungen erfüllten die Luft — und ehe dem verruchten Beginnen gewehrt werden konnte, lag Johann von mörderischen Händen erschlagen zu den Füßen der verzweifelten Mutter. Sigmund, der sich schützend auf seinen Bruder geworfen hatte und, als dessen Loos auch ihm drohte, von mitleidigen Händen auf sein Pferd gesetzt, bewußtlos entflohen war, ward eingeholt und nach kurzer Frist von seinen blutdürstigen Verfolgern ebenfalls ermordet. Da aber fielen den wüthenden Sensenschmieden die blutigen Mordwerkzeuge aus den Händen. Auf einmal erschollen Worte der Reue und gegenseitiger Vorwürfe, und zwar am lautesten aus dem Munde der Schlechten, die durch ihre höllischen Reden den Brand des Aufruhrs entzündet. Sie hoben die beiden Leichen auf Tragbahren und wandelten unter heuchlerischen Wehklagen mit denselben der Burg zu, auf welche noch nicht die geringste Kunde von dem gräßlichen Vorfall gedrungen war, da alle Bewohner der inneren Stadt, entweder aus Neugier oder redlichem Eifer der Hülfleistung, dem Schauplatz des Gräuels zugeeilt waren. Eben lächelte der Burggraf während des Frühstücks über den Traum, den seine Gemahlin ihm erzäblt hatte, und diese trat

