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Aufsatz, dieses Ereignis; erzählend, dem Kirchenbuche beigefügt. Einige glauben, daß es mit den schnellen und gewaltsamen Thron- veränderungen nach Peter des Ersten und Katharinens Tode in irgend einer geheimen Beziehung stehen mag. Das tiefe Räthsel dieser schauderhaften That zu lösen wird schwer, wo nicht un­möglich sein.

Ein junger Landmann pachtete einen ansehnlichen Gasthvf, der sehr gut gelegen war. Von den Eigenschaften, die zu einem Wirthe gehören, besaß er vorzüglich die Behaglichkeit; weil es ihm von Jugend aus in den Trinkstuben wohl gewesen war, mochte er wohl hauptsächlich ein Metier ergriffen haben, das ihn nöthigte, den größten Theil des Tages da zuzubringen. Er war sorglos ohne Liederlichkeit, und sein Behagen breitete sich über alle Gäste aus, die sich bald häufig bei ihm versammelten.

Er hatte eine junge Person geheirathet, eine stille, leidliche Natur. Sie versah ihre Geschäfte gut und pünktlich, sie hing an ihrem Hauswesen, sie liebte ihren Mann; doch mußte sie ihn bei sich im Stillen tadeln, daß er mit dem Gelde nicht sorgfäl­tig genug umging. Das brave Geld nöthigte ihr eine gewisse Ehrfurcht ab; sie fühlte ganz den Werth desselben, so wie die Nothwendigkeit sich überhaupt in Besitz zu setzen, sich dabei zu erhalten. Ohne eine angeborne Heiterkeit des Gemüths hätte sie alle Anlagen zum strengen Geize gehabt. Doch ein wenig Geiz schadet dem Weibe nichts, so übel sie die Verschwendung kleidet. Freigebigkeit ist eine Tugend, die dem Manne ziemt, und Fest­halten ist die Tugend eines Weibes. So hat es die Natur ge­wollt, unser Urtheil wird im Ganzen immer naturgemäß aus­fallen.