gelb für ihre Kinder auftrciben, und das liebe tägliche Brod anschaffen zu können. Dies Jahr war eS ohnehin besonders klein beim Bäcker ausgefallen; denn die Ernte hatte viel zu wünschen übrig gelassen.
Während die Knaben erereirten, stand die ärmere Dorfjugend rings um den Garten herum, und sah hinter dem Spaliere den Uebungen zu. Einige Kinder erkletterten eö sogar, um zu Pferde auf den Planken sich bequemer an dem Anblick zu weiden. Unter diesen war auch Otto, LeberechtS des Tagelöhners Sohn. Ach, was hätte der darum gegeben, mit Jenen zusammen marschiren zu dürfen. Sein Auge hing unverwandt an dem des Unteroffieiers; er verstand seine Winke, noch ehe er eommandirte, und sah jeden Fehler der Schüler, bevor er noch von jenem gerügt worden war. Aber waS half'S, Otto mußte warten, bis er erwachsen sein wurde; „dann aber" sagte er „gehe ich unter die Soldaten, dann hält mich nichts." — „Das müßte erst eine Lust sein" dachte er, „so mitten im Kugelregen zu stehen!"
Unterdessen machten die Knaben langsame Fortschritte in ihren Unterrichtsstunden. Aber desto rascher avaneirten sie. DeS reichen Gebhard'S Heinrich war Korporal, Schulmeister's Constantin Commandant, Pfarrer'S Fürchtegott war Trommler und Bäcker'S Christel Zugführer geworden. Sie trugen Alle dreieckige papierne Hüte, blaue oder rothe, mit Gold ver-

