fort und fort. Versäumst Du aber den Blüthen frisches

Wasser zu geben, so hast Du sie umsonst gebrochen und der giftige Baum treibt neue Zweige, bis die edle Schmarotzerpflanze abermals daraus herfürgehet.

Anfangs versöhnten wir unS eben so leicht, wie wir uns erzürnten, ermüdeten aber ob der vielen Zwistig- keiten, und erkalteten in unsrer Liebe. Nun ist nichts ansteckender für Kinder und Gesinde als das böse Bei­spiel, und derweil wir in Unfrieden lebten, so haderten auch unsre Dienstboten und raufte» sich unsre Buben. Das gab großes Aergerniß im ganzen Schlosse.

Einstmals horete ich von einer weisen Frau reden, die in nahen Dörfern wunderthätig Krankheiten heilete. Vielleicht dachte ich, heilet sie auch Krankheiten der Seele, und sind wir ja hier im Schlosse Alle krank, derweil wir keine Gewalt mehr über uns haben. Ich ließ die Frau zu mir bescheiden; weinend klagte ich ihr unser häusliches Kreuz, und wie ich selber nicht mehr Herrin meines ZorueS sei, sondern ostmalen meinen Ehehcrrn mit kränkenden Worten reizte, die mich selber schrecketen, sowie sie ausgesprochen waren.

Die alte Mutter schüttelte ihr weißeS Haupt, dann sah sie sich scheu im Zimmer um, und sprach leise zu mir:Es ist nicht anders mit Euch beschaffen meine Tochter, derweil ihr von heftiger Gemüthsart seid, als daß zu Eurer Strafe ein wilder Geist Macht über Euch gewonnen hat. Dieser Geist den man den Poltergeist