Gespielen gab, welche die Liebe und Sorge der Eltern zu gleichen Theilen mit Euch empfangen. — Helenen wurde freilich nie ein Spielzeug von einem unartigen Bruder entrissen oder gar zerbrochen; im Gegentheil sah man ihr jeden Wunsch an den Augen ab; aber sie genoß selten oder nie die harmlose Freiheit der Kinderjahre.
Sie hatte keine andre Gespielen als ihre Französin: mit der setzte sie Schiffe auf den Teich, lies mit ihr um die Wette, wobei sie jederzeit die Siegerin blieb, und auch nur mit Genevieve war es ihr erlaubt, sich bisweilen im Walde zu „verirren", daö heißt, sich der süßen Einbildung hinzugeben, als habe sie einen falschen Weg eingeschlagen, der sie aber doch immer wohlbehalten nach dem Schlosse zurückführte.
Sonntags durften auch wohl die Kinder des Inspektors in ihrem schönsten Putz zu Helenen kommen, aber sie waren darauf abgerichtet, keine erhitzenden Spiele anzugeben, und standen ihr wie kleine Maschinen gegenüber, immer bereit, sich ihrem Willen unterzuordnen. Lielleicht war ihr deshalb Blitzchen ein lieberer Gefährte, er zauste sie doch am Kleide, entriß ihr bisweilen ihr Frühstücksbrod, und schien keinen Begriff davon zu haben, daß sie die wichtigste Person im Hause sei. Da sie heut seine Gesellschaft nicht aufsuchen durfte (und er machte keine Miene sich ihrent- halben die Erfrischung der freien Luft zu versagen), so suchte sie Zerstreuung bei den alten Bildern, welche die

