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Weihnachten.
Die Zeit vor des Christkindes Geburtstag ist gewöhnlick voller Räthsel und Geheimnisse, die Kinder der meisten Familien wissen dann oft gar nicht wo sie hinsehen und wo sie nicht hinsehen dürfen. Bald heißt es: „den Schrank dort darfst du mir jetzt gar nickt aufmachen," bald wieder: „jene Stube kannst du nicht mehr betreten, das Christkind hat schon die Bescherung geschickt." Im Waldhäuschen war es eben so. Am Sonntag vor Weihnachten, als die Mutter die Gesangbücher aus dem Schrank mit den vielen Andenken herausnahm, durften die Kinder nickt hineinblicken, wie sonst und sie wußten auch gleick, daß dieses Verbot mit des Christkindes Geburtstag zusammenhing. Die Großmutter hatte auch ihren Strickstrumpf bei Seite gelegt und hatte immer mit der Nähnadel zu thun. Bald war ein rother, bald ein blauer Faden daran, und die Life war mit einemmal verschwunden und blieb einen ganzen Tag fort; Gertrud ahnte wohl, daß sie in Groß- mutters Arbeitskorb versteckt war, sie sollte gclviß ein neues Kleid bekommen. Die Kinder wußten ihre Sprüche und Weihnackts- liedchen schon vierzehn Tage vorher, ohne Fehler, auszusagen, das hatten sie der lieben Großmama zu danken, die sie ihnen lehrte.

