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Aber das war sonderbar, der Weihnachtstag rückte immer näher heran und es wurde kein Baum geholt. Im vergangenen Jahre war er lange vorher da gewesen und hatte in der verschlossenen Kammer gestanden, und die Mutter war ab und zu gegangen und hatte immer etwas unter der Schürze hineingetragen und einmal hatte sie sogar etwas Flittergold auf der Thürschwelle verloren. Dies Mal war die Kammer gar nicht verschlossen, die Mutter ging gar nicht ab und zu und niemals lag auch nur ein Krümchen Flittergold auf der Schwelle. „Wird denn dies Mal gar keilt Baum angezündet?" fragten die Kinder ängstlich am Weihnachtsmorgen. -—■ „Wird sich finden!" — antwortete die Mutter lächelnd. Ja, wie sollte sich's denn finden, wenn kein Baum da war? „Aber wo wird denn der Baum herkommen?" fragten die Kinder nach einiger Zeit wieder. — „Es darf nichts verrathen werden," hieß es wieder. Ach die Neugierde! ach die Ungeduld! — wenn doch nur ein Mensch da wäre, der das Räthsel lösen könnte! Alles schwieg. —
-Es wurde Nachmittag, es kam kein Baum, — es fing
an dunkel zu werden, es kam kein Baum, — es wurde ganz finster, es kam kein Baum.
Hermann und Gertrud saßen in einer Ecke der Stube ganz still und warteten, die beiden Nickse, Life und das Schäfchen saßen

