8

Wie sie nun die beiden Herren so elend hergerichtet fanden, da wußten sie gar nicht, was sie denken sollten; sie standen im Kreis umher und athmeten kaum. Doch horch! da sang in der Nahe die Drossel, und eS klang ganz dentlich:

David! David! Drei Nösel für 'ne Kanne!

Prosit! Prosit! Kottenhans Knhdieb!" gerade so wie es der kleine Hirtenbub gesagt hatte. Und ne wunderten sich, daß sie das früher nicht verstanden hatten, und es fiel ihnen gar manches ein, wobei es Loch mcht richtig mit dem Herrn David und dem Herrn KottenhanS geschienen hatte. Sie trugen sie aber heim, und da fanden sich wohl im Hause des Bürgermeisters die zweierlei Gemäße und im Hause des Herrn K o t t c n> h a n s die Häute von den gestohlenen Kühen. Da setzten sie denn Beide nicht blos von ihren Aemtern ab, sondern nahmen auch einen anderen Wirth und einen anderen Metzger an. Und als Jene gesund geworden waren, mußten sie noch in das Gefängniß wandern und viel Geld an die Bestohlencn und an die Gerichte bezahlen. Drum als sie wieder frei wurden, waren sie betrclarm. Das war aber schlimm für sie. Denn die Dingsdacr hatten sich Alle Drosseln angeschafft und an ihren Fenstern in Käfigen aufgehängt. Die sangen immer den beiden Bettlern ihr Spottlied vor.

David und Kottenhans sind längst gestorben; die Drossel aber singt heute noch:

David! David! Drei Nösel für 'ne Kanne!

Prosit! Prosit! Kottenhans Knhdieb!"