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Märchen streckte die Hand aus und beschrieb mit dem Zeige­finger viele Zeichen in die Lust. Da sah man bunte Gestalten vorüberziehen; Karavanen, schöne Rosse, geschmückte Reiter, viele Zelte im Sande der Wüste, Vogel und Fische auf stürmischen Meeren, stille Wälder und volkreiche Plätze und Straßen, Schlachten und friedliche Nomaden, sie alle schwebten in belebten Bildern, in buntem Gewimmel vorüber.

Märchen hatte in dem Eifer, mit welchem sie die Bilder aufsteigen ließ, nicht bemerkt, wie die Wächter des Thores nach und nach eingeschlafen waren. Eben wollte sie neue Zeichen beschreiben, als ein freundlicher Mann aus sie zutrat und ihre Hand ergriff;sieh her, gutes Märchen," sagte er, indem er auf die Schlafenden zeigte,für diese sind deine bunten Sachen nichts; schlüpfe schnell durch das Thor, sie ahnen dann nicht, daß du im Lande bist, und du kannst friedlich und unbemerkt deine Straße ziehen. Zch will dich zu meinen Kindern führen; in meinem Hause geb' ich dir ein stilles, freundliches Plätzchen; dort kannst du wohnen und für dich leben; wenn dann meine Söhne und Töchter gut gelernt haben, dürfen sie mit ihren Gespielen zu dir kommen und dir zuhören. Willst du so?"

O, wie gerne folge ich dir zu deinen lieben Kleinen; wie will ich mich befleißigen, ihnen zuweilen ein heiteres Stündchen zu machen!"

Der gute Mann nickte ihr freundlich zu, und half ihr über die Füße der schlafenden Wachter hinübersteigen. Lächelnd sah sich Märchen um, als sie hinüber war, und schlüpfte dann schnell in das Thor.

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