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der Unbekannte ihn durch einen Dritten holen lassen, und ich hätte dann keinen Aufschluß über die Sache gehabt. Ich besah, indem ich so nachdachte, den Mantel näher. Er war von schwerem, genuesischem Sammt, purpurroth, mit astrachanischem Pelz verbrämt und reich mit Gold gestickt. Der prachtvolle Anblick des Mantels brachte mich auf einen Gedanken, den ich auszuführen beschloß. — Ich trug ihn in mein Gcwölb und legte ihn zum Verkauf aus, setzte aber auf ihn einen so hohen Preis, daß ich gewiß war, keinen Käufer zu finden. Mein Zweck dabei war, jeden, der nach dem Pelz fragen würde, scharf ins Auge zu fassen; denn die Gestalt des Unbekannten, die sich mir, nach Verlust des Mantels, wenn auch nur flüchtig, doch bestimmt gezeigt, wollte ich aus taufenden erkennen. Es fanden sich viele Kauflustige zu dem Mantel, dessen außerordentliche Schönheit alle Augen auf sich zog, aber keiner glich entfernt dem Unbekannten, keiner wollte den hohen Preis von zweihundert Zecchinen dafür bezahlen. Ausfallend war mir dabei, daß, wenn ich einen oder den andern fragte, ob denn sonst kein solcher Mantel in Florenz sey, alle mit nein antworteten und versicherten, eine so kostbare und geschmackvolle Arbeit nie gesehen zu haben.
Es wollte schon Abend werden, da kam endlich ein junger Mann, der schon oft bei mir gewesen war und auch heute viel auf den Mantel geboten hatte, warf einen Beutel mit Zecchinen auf den Tisch, und rief: „ Bei Gott! Zalcukos, ich muß deinen Mantel haben, und sollte ich zum Bettler darüber werden." Zugleich begann er seine Goldstücke aufzuzählen. Ich kam in große Noth; ich hatte den Mantel nur ausgehängt, um vielleicht die Blicke meines Unbekannten darauf zu ziehen, und jetzt kam ein junger Thor, um den ungeheuern Preis zu zahlen. Doch was blieb mir übrig? ich gab nach, denn es that mir auf der andern

