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Der Sultan lachte und sprach: „Ei, da hast du ja etwas recht kluges ausgesonnen. Mein Sohn sollte mit deinem wahnsinnigen Schneider wetteifern, wer den besten Kaftan macht? Nein, das ist nichts."
Die Sultanin aber berief sich darauf, daß er ihr die Bedingung zum voraus zugesagt habe, und der Sultan, welcher ein Mann von Wort war, gab endlich nach, obgleich er schwur, wenn der wahnsinnige Schneider seinen Kaftan auch noch so schon mache, könne er ihn doch nicht für seinen Sohn erkennen.
Der Sultan ging selbst zu seinem Sohn und bat ihn, sich in die Grillen seiner Mutter zu schicken, die nun einmal durchaus einen Kaftan von seiner Hand zu sehen wünsche. Dem guten Labakan lachte das Herz vor Freude; wenn es nur an dem fehlt, dachte er bei sich, da soll die Frau Sultanin bald Freude an mir erleben.
Man hatte zwei Zimmer eingerichtet, eines für den Prinzen, das andere für den Schneider, dort sollten sie ihre Kunst erproben, und man hatte jedem nur ein hinlängliches Stück Seidcnzeug, Scheere, Nadel und Faden gegeben.
Der Sultan war sehr begierig, was für ein Ding von Kaftan wohl sein Sohn zu Tage fördern werde, aber auch der Sultanin pochte unruhig das Herz, ob ihre List wohl gelingen werde, oder nicht. Man hatte den beiden zwei Tage zu ihrem Geschäft ausgesetzt; am dritten Tage ließ der Sultan seine Gemahlin rufen, und als sie erschienen war, schickte er in jene zwei Zimmer, um die beiden Kaftanc und ihre Verfertigcr holen zu lassen. Trium- phirend trat Labakan ein und breitete seinen Kaftan vor den erstaunten Blicken des Sultans aus. „Sich her, Vater," sprach er, „sieh her, verehrte Mutter, ob dies nicht ein Meisterstück von einem Kaftan ist ? da laß ich es mit dem geschicktesten Hofschneidcr auf eine Wette ankommen, ob er einen solchen herausbringt."
Die Sultanin lächelte und wandte sich zu Omar: „ Und was
Hauff'» Märchen. 8

