294 T»
anderes Geschäft, als Kohlenbrcnnen anzufangen. Obgleich seine Mutter schon seit dreißig Jahren in der Köhlcrhütte wohnte, und an den Anblick beruster Leute so gewohnt war, als jede Müllerin an daö Mehlgesicht ihres Mannes, so war sie doch eitel genug, sobald ihr Peter ein glänzenderes LooS zeigte, ihren früheren Stand zu verachten, und sprach: „ja, als Mutter eines Mannes, der eine Glashütte besitzt, bin ich doch was anderes, als Nachbarin Grete und Bete, und setze mich in Zukunft vornehm in der Kirche, wo rechte Leute sitzen." Ihr Sohn aber wurde mit den Erben der Glashütte bald Handels einig; er behielt die Arbeiter, die er vorfand, bei sich, und ließ nun Tag und Nacht Glas machen. Anfangs gefiel ihm das Handwerk wohl; er pflegte gemächlich in die Glashütte hinabzusteigen, ging dort mit vornehmen Schritten, die Hände in die Taschen gesteckt, hin und her, guckte dahin, guckte dorthin, sprach dies und jenes, worüber seine Arbeiter oft nicht wenig lachten, und seine größte Freude war, das Glasblasen zu sehen, und oft machte er sich selbst an die Arbeit, und formte aus der noch weichen Masse die sonderbarsten Figuren. Bald aber war ihm die Arbeit entleibet, und er kam zuerst nur noch eine Stunde des Tages in die Hütte, dann nur alle zwei Tage, endlich die Woche nur einmal, und seine Gesellen machten, was sie wollten. Das alles kam aber nur vom Wirthshauelaufen; den Sonntag, nachdem er vom Tannenbühl zurückgekommen war, ging er ins Wirthshaus, und wer schon auf dem Tanzboden sprang, war der Tanzbodenkönig, und der dicke Ezechiel saß auch schon hinter der Maaßkanne und knöchelte um Kronenthaler. Da fuhr Peter schnell in die Tasche, zu sehen, ob ihm das Glasmännlcin Wort gehalten, und siehe, seine Tasche strotzte von Silber und Gold, auch in seinen Beinen zuckte und drückte es, wie wenn sie tanzen und springen wollten, und als der erste Tanz zu Ende war, stellte er

