der Bruder des Kalifen, wurde von ihm besiegt, aber der Sohn des Großveziers widerstand ihm so tapfer, daß sie es nach langem Kampf für besser hielten, die Entscheidung für das nächstemal aufzusparen.
Den Tag nach diesen Spielen sprach man in ganz Bagdad von nichts als dem schönen, reichen und tapfern Fremdling; alle die ihn gesehen hatten, ja selbst die von ihm besiegt waren, waren entzückt von seinen edlen Sitten, und sogar vor seinen eigenen Ohren im Gewölbe Kalum-Beks wurde über ihn gesprochen, und man beklagte nur, daß niemand wisse, wo er wohne. Das nächstemal fand er im Hause der Fee ein noch schöneres Kleid und noch köstlicheren Waffenschmuck. Diesmal hatte sich halb Bagdad zuge- drängt, selbst der Kalif sah von einem Balkon herab dem Schauspiel zu; auch er bewunderte den Fremdling Almansor, hing ihm, als die Spiele geendet hatten, eine große Denkmünze von Gold, an einer goldenen Kette um den Hals, um ihm seine Bewunderung zu bezeigen. Es konnte nicht anders kommen, als daß dieser zweite, noch glänzendere Sieg den Neid der jungen Leute von Bagdad aufregte. „ Ein Fremdling," sprachen sie unter einander, „soll hieher kommen nach Bagdad, uns Ruhm, Ehre und Sieg zu entreißen? Er soll sich an andern Orten damit brüsten können, daß unter der Blüthe von Bagdads Jünglingen keiner gewesen sey, der es entfernt hätte mit ihm aufnehmen können?" So sprachen sie und beschlossen, beim nächsten Kampfspiel, als wäre es durch Zufall geschehen, zu fünf oder sechs über ihn herzufallen.
Said's scharfen Blicken entgingen diese Zeichen des Unmuths nicht; er sah, wie sie in der Ecke zusammen standen, flüsterten und mit bösen Mienen auf ihn deuteten; er ahnete, daß außer dem Bruder des Kalifen und dem Sohn des Großveziers keiner sehr freundlich gegen ihn gesinnt seyn möchte, und diese selbst
Hauff« Märchen. 03

