' " s war sehr spät am Abend als Jenny mit mir zu
Hause ankam; die Dienerin trat ein und wollte sie zum Schlafengehen entkleiden, Jenny erklärte aber in rauhen befehlenden Tone: „sie werde sich noch nicht zu Bette legen, sie wolle erst mit der Puppe spielen." Darauf sagte die Jungfer sehr höflich: „es habe schon zehn Uhr geschlagen, und Fräulein Jenny würde schon ohnedieß Mühe genug haben ^am andern Morgen zur rechten Zeit aufzustehen." Worauf Jenny erwiederte: „Das sei ihre eigene Sache, und es sei sehr naseweis von Dienstboten, sich mit ihrem guten Rathe in die Angelegenheiten der Herrschaft zu mischen." Das Kammermädchen zog .sich zurück; Frau von Leslie war in Gesellschaft und Jenny also ihre eigene Herrin.
Sie setzte sich nun mit mir auf das Kanapö, und ich war sehr neugierig, wie sie mit mir spielen werde. „Madame" sagte sie zu mir in sehr scharfen spitzigen Ton, „ihr Bett ist noch bei Fräulein Melanie, und sie werden heute Nacht aus diesem Kanapo campiren müssen j, —

