f

Lächeln auf Luisens blondes Haar, voll Erwartung, ob sie denn nun nicht wieder so freundlich aufsehen werde, wie zuvor. Wußte sie ihr doch nichts Besseres und Schöneres zu geben, als was ihr selbst so lieb war und so über Alles gefiel. Das rührte Luisens Herz.Du armes Kind," sagte sie sanft,bist so verlassen wie ick, und wenn ich Dich auch nicht glücklich machen kann, so will ich doch Eins für Dich thun, und das ist das Allerbeste: ich will Dich recht lieb haben. Auch kann ich mit Dir beten, dabei wird man immer getröstet, wenn Einem auch nocb so bange ist." Und sie selbst nahm ihre Zuflucht zu diesem Troste, dessen sie so sehr bedurfte, denn ihr Her; hing an dem Pater, und fast nicht weniger an der stillen Heimath im einsamen Walde.

Schon am nächsten Tage zeigte sich Luise wieder gefaßt und ruhig wie sonst; sie ging in die Schule, verrichtete jede kleine Dienstleistung, die ihr aufgetragen wurde, willig und freundlich, nub verstand es besser, als man erwartet hatte, mit ihrer kleinen Gefährtin zurecht zu kommen. Wanda merkte bald, daß Luise sie lieb habe; das that ihr wohl, ohne daß sie viel davon verstand. Sie folgte ihr willig und machte besonders gern nach, was sie Luisen thun sah. Sie ging ohne Widerrede zu Bett, wenn jene Miene machte sich auszukleiden; sie von den Speisen, die jene genoß und ließ sich sogar, als sie krank wurde, geduldig bittre Arznei einflößen, wenn Luise aus einer ganz ähnlichen Flasche mit Him- beer gefärbtes Wasser trank.

Indeß wurde die Kleine dock von Tage zu Tage kränker, und der Arzt immer bedenklicher. Das erfüllte Luisen mit wirklicher Trauer, und dock hätte sie ja an den Tod des armen Kindes die Hoffnung knüpfen können, in das liebe, unvergessene Vaterhaus zurückkehren zu dürfen. Aber an sich selbst backte Luise jetzt nicht; es betrübte sie nur unbe­schreiblich, daß Wanda vielleicht sterben würde, ohne dem lieben Gott ihr Herz geschenkt zu haben. Luise hatte nämlich scko» in frühester