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Lieblingsspielzeug der jungen Gräfin und hatte keine Zeit mehr für Wand« übrig. Selbst in die Schule wurde sie nicht mehr geschickt. „Ich werde ihr selbst lehren, was sie noch braucht." hatte Gräfin Amelie gesagt, und nur einmal in der Woche ging Luisen zum Pfarrer, in den Religionsunterricht.
Anfangs hatte sich das schüchterne Waldkind in alles dies nicht recht finden können, aber allmählig gewöhnte sie sich daran, mit Schmeicheleien und kleinen Auszeichnungen überhäuft zu werden, und zuletzt fand sie Gefallen daran, der vorzogene Liebling der jungen, lebhaften Französin zu sein. Sie stand auch zuweilen heimlich vor einem Spiegel und betrachtete sich und die schönen Kleider, die sie trug, mit großem Wohlgefallen. Nur eins that ihr leid, daß Wanda nicht mehr so zutraulich wie sonst zu ihr war und wieder mehr und mehr in Eigensinn und Trotz zurück fiel.
So verging der Winter. An Palmarum sollte Luison eingesegnet werden, und diese Zeit machte einen tiefen Eindruck auf ihr Gemüth. Sie schämte sich manchmal recht von Herzen ihrer Freude am Putz, und betete wohl auch wieder in der Stille, wie die fromme Mutter ihr so oft und dringend anempfohlen hatte. Aber sie hatte schon zu viel Gefallen gefunden an den eitlen Dingen, die sie in Schloß Weidenbach kennen gelernt hatte und ihre ernsten Vorsätze verschwanden immer wieder in ein Nichts, wenn die lockende Versuchung ihr nahe trat.
Am Tage Lichtmeß war ihr l 5. Geburtstag. Niemand wußte darum als Frau Rädler, der es Luison früher einmal erzählt hatte. Jetzt sahen sich die Beiden nur nocb, wenn sie einander zufällig auf der Treppe oder im Flur begegneten. „Ob der Vater nur daran denken wird, daß heut mein Geburtstag ist, ob ich Nachricht aus dem Forsthause bekommen werde?" sagte Luison leise vor sich hin, als sie zu ungewöhnlich früher Stunde ihr Bett verließ. Sie hatte so lange nichts von ihrem Vater
Louison »nd Hanna. 3
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