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bleiben", dachte Luise» und setzte sich, von dem raschen Gange ermüdet, an das alte Clavier ihrer Freundin. Es stand geöffnet und ein Choral- buch lag aufgeschlagen auf dem Noteubrett. Luisen las:

Eins ist nvth und hätt'st dn Krösus Schätze, aber dieses Eine fehlte Dir Gold und Silber sind ein todter Götze, der nicht öffnen kann des Himmels Thür.

Eins ist noth und trügst Du eine Krone, und den Herrscher­stab in Deiner Hand arm nnd elend wärst Du anf dem Throne, wenn Du dieses Eine nicht erkannt.

Eins ist noth und machten hohe Gaben Dich zum Meister in jedweder Kunst ohne dieses eine Gut zu haben, wär' auch all Dein Wissen Schein und Dunst.

Eins ist noth, Du fragst, was ist dies Eine? Gottes Gnad' in Jesu Christi Blut. Selig, wer sie nennen darf die seine, selig, wer in Jesu Wunden ruht."

Luison! Luison!" wurde draußen gerufen. Sie hatte alles um sich her vergessen, und war voll Trauerns geworden, sie wußte nicht wie. Der Finger Gottes hatte mit den Worten des Liedes daran gepocht.

Luison!" klang es von der Treppe herauf, immer ungeduldiger, und wie eine Träumende ging sie, um zu verrichten, was ihr aufgetra­gen worden war. Wie eine Träumende hörte sie, was die Gräfin ihr zurief:

Wo bleibst Du so unerträglich lange? Weißt Du nicht, daß ich auf Dich warte? Schnell, wirf mir einmal das Kleid da über, ich habe mir einen köstlichen Spaß ausgedacht; aber wir dürfen keine Minute länger verlieren."

Eins ist noth" sagte Luison in Gedanken, ohne zu wissen, was sie that, und regte und rührte sich nicht, um der Gräfin beim Ankleiden