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Sie holte den vielbesprochenen Gegenstand aus ihrer Tasche her­vor und betrachtete ihn mit Wehmnth.

Gieb mir das kleine Bild, liebe Hanna!" sagte Plötzlich eine wohl­bekannte Stimme neben ihr.Alfred!" jauchzte Gertrud, und warf sich stürmisch an den Hals des Bruders.

Ich traf gestern Abend sehr spät in dem öden Friedensburg ein," erklärte er, sanft das kleine Kästchen aus HannasHand nehmend, die es ihm wortlos überließ, und den Beschützer und Freund voll Innigkeit anblickte.

Deine Heimkehr wird die schönste Geburtstagsüberraschung für Mama sein;" rief Gertrud, und zog den Bruder mit sich fort. Hanna aber ging durch ein Seitenpsörtchen uu Schloß zurück, um nach der alten Catharine zu sehen, der das scharfe Küchenbeil auf den Fuß gefallen war und eine tiefe Wunde geschlagen hatte. Nun saß sie wimmernd und allein in ihrem Stübchen, der Geburtstag der Baronin, die Rückkehr des jungen Herrn beschäftigte alle Schloßbewohner so sehr, daß Nie­mand nach ihr fragte. Da trat Hanna zu ihr, legte ihr sanft und vor­sichtig einen frischen Verband, und plauderte dann wohl eine halbe Stunde mit der alten Frau, so daß sie darüber den schmerzenden Fuß vergaß.

Von diesem Tage an war Alfred fast eben so viel in Augustenhos als in Friedensburg, wo es ihm gar zu einsam vorkam. Der reizende Witlwensitz seiner Mutter wurde der Ort, wo er sich am liebsten erholte, und wo er den Frauen vorlas oder von seinen Reisen erholte. Und doch fühlten alle die Lücke schon vorher, die Hannas Scheiden hervorbringen würde, und die immer fröhliche Gertrud hatte oft Thränen in den Augen. Hanna selbst ging auch nicht leichten Herzens in das fremde Land, aber sie kannte ja den Plan, welchen ihre gütige Pflegemutter für ihre Zu­kunft gemacht hatte, und da sie sich mit allem Ernst darauf vorbereitete.