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jetzt völlig aufs Land. Sein Riesenleichnam zeigte keine Spur von Verwesung. Bald hatten unzählige Hände ihn seines bräunlichen Haarkleides beraubt; rücksichtslos schnitten sie dann in das ziemlich frische Fleisch und brachten den Hunden die saftigen Leckerbissen. Einige armselige Tungusen, hungergewohnt und wenig wühlerisch, trugen das Fleisch dem Feuer zu, das sie in ihren Zelten entzündet hatten, und saßen einige Stunden später bei einem leckeren Mammutbraten. Die Augen des Tieres starrten immer noch wie hilfesuchend himmelwärts aus dem unangetastet gebliebenen Kopfe.
„Vater," bat Marja, und Thränen liefen ihr über die Wangen, „wollen wir nicht heimkehren? Ach, warum hat die Erde es freigegeben, nachdem sie es so viele Tausende von Jahren behütet? Ach, welch ein furchtbares Ende!"
„Warum hat Marja geplaudert, nachdem sie ein volles Jahr das Geheimnis gehütet?" sagte der Vater.
Aber er fügte sich Marjas Verlangen. Ohne einen Spatenstich zu thun, ohne sich nach Elfenbein umzuschauen, stieg er mit ihr in den Wagen und fuhr wieder dem Städtchen zu. Auf dem ganzen, langen Wege sprach Marja keine Silbe; selbst ihr freundliches Lächeln um Mund und Augen war verschwunden.
„Marja," tröstete der Vater, den seine Worte reuten, als der kummervolle Ausdruck ihres Gesichtes nicht schwinden wollte, „wir sind ja reich genug, wirklich überreich, und das danke ich dir. Weißt du, daß ich mich das stumme Jahr hindurch recht nach deinem Geplander sehnte, und daß es mir mehr wert ist als solch ein Sack voll Elfenbein? Ich bin froh, daß deine Zunge wieder frei ist."
Da weinte Marja.
„Ach," sagte der Vater scherzend, „erst sprichst du im Traume,
H. Ludwig, Sibirische Märchen.

