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jung und schön. Darauf breitete der Engel seine lichten Schwingen aus, nahm das Mädchen in seinen Arm und flog mit ihm heimwärts.
Früh am Morgen trat Trautchen in das enge Gemach, das sie mit der Schwester teilte. Still und bleich lag Frieda da. Trautchen stellte das Büumchen auf den kleinen Tisch am Bett, und siehe! da flog ein grün befiederter Vogel herbei, steckte sein Schnäblein in die Blüten, hob dann sein Köpfchen und sang gar lieblich. Nun nahm Trautchen die rosenfarbene Salbe aus der Schublade und bestrick) damit Friedas Augen. Die Kranke erwachte; ihr Auge fiel auf die Schwester und das Kräutlein Geduld, und es leuchtete freudig auf in ihrem süßen, liebreizenden Gesicht.
„Schwester," flüsterte sie und zog Trautchen au ihre Brust, „o, welch ein Glück, das; du da bist! Ich träumte, du zögest fort. Weißt du, das; ich genesen werde?"
„Das wirst du!" bestätigte Trautchen, „und des stillen Glückes wird kein Ende sein."
Frieda richtete sich auf, so gut sie es vermochte, begos; und besprengte das Kräutlein Geduld und drückte ihre Wange in seine duftigen Blüten. Als ihr der Kopf zurückfiel, hüpfte der Vogel auf ihr Kissen und zwitscherte ihr ins Ohr.
In der folgenden Nacht, als die Schwestern schliefen — Hand in Hand; denn ihre Betten standen dicht nebeneinander, — that sich die Thür ihres Kämmerleins auf. Es ward klar um sie, und das Rauschen leisen Flügelschlags weckte sie. Vor ihnen stand der Engel des Lichts.
„Nirgends auf Erden wird das Kräutlein Geduld so gepflegt wie bei euch," hub er an. „Und weil ihr es so gut verstandet wie kein anderes Menschenkind, sendet der Herr des

