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geliebt wurde. Eines Tages bekam die Prinzessin Lust, sich im Schloß ein bißchen umzusehen, ging durch mehrere Gemächer und kam an eine Treppe, die zu einem alten Turm führte; diese stieg es hinan und kam an eine niedrige Kanunerthür. Neugierig, wie die jungen Mädchen sind, drehte die Prinzessin an dem Schlüssel und die Thüre ging gleich auf. Da saß eine uralte Spinnerin, die spann emsig auf einer Spindel; sie mochte wohl des Königs Gesetz nicht gehört haben. Die umhertanzende Spindel machte der jungen Königstochter viele Freude, sie paschte nach derselben und stach sich damit. Die Königstochter fiel sofort in einen tiefen Schlaf, und derselbe Schlaf überkam auch den König und die Königin und das ganze Schloß. Der ganze Hofstaat schlief ein, vom Hofmarschall bis zum Küchenjungen, dem der Koch wegen eines Versehens gerade eine Ohrfeige geben wollte, und Koch und Kellner, Hund und Katze, ja sogar die Tauben und Sperlinge auf dem Dache, die schliefen alle. Kein Mensch kam mehr in das verzauberte Schloß, um welches rund herum eine mächtige Dornhecke emporwuchs, so hoch wie ein Turm, und so dicht, daß kein menschliches Wesen eindringen konnte. Da wurde das Schloß allmählich ganz vergessen, und es ging nur die Sage, hinter den Dornen stehe ein Schloß, darin schlafe das Dornröschen, die verzauberte Prinzessin, wie lange schon und wie lange noch, wisse niemand.
So waren hundert Jahr vergangen, und die Zeit wcrr da, daß das Dornröschen wieder erwachen sollte. Da kam von ohngeführ ein Königssohn, der hörte die Mär von dem schlafenden Dornröschen aus

