4
sich mit der Nadel in den Finger und es sielen drei Tropfen Blut in den Schnee. Und weil das Nöthe im weißen Schnee so schön aussah, dachte die Königin bei sich: „Hätt' ich ein Kind so weiß wie Schnee, so roth wie Blut, und so schwarz wie der Rahmen!"
Bald darauf bekam sie ein Töchterlein, dessen Haut war blendend weiß, wie frisch gefallener Schnee, seine Wangen waren roth, wie Blut, und seine Haare glänzend schwarz, wie Ebenholz. Deshalb nannte man das Kind Snee- wittchen (Schneeweißchen). Bald nach seiner Geburt starb aber die Königin.
Ein Jahr nach ihrem Tode erwählte sich der König eine andere Gemahlin. Das war eine schöne Frau, aber sie war dabei stolz und übermüthig, und konnte nicht leiden, daß sie von Jemand an Schönheit sollte übertroffen werden.
Die neue Königin hatte einen wunderbaren Spiegel, darin beschaute sie sich oft und sprach: „Spieglein, Spieglein an der Wand,
Wer ist die Schönste im ganzen Land?"
Und wenn dann der Spiegel antwortete:

