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sein wollen, um so schnell als möglich sein Urtheil zu Vernehmen."
Wieder lief er auf und ab, wieder horchte er mit gespannten Sinnen, wieder blieb alles still. Er griff in die Tasche, wo er seine Uhr zu tragen Pflegte, um zu sehen, welche Zeit es sei — aber die Uhr war verschwunden, und er erinnerte sich, daß er sie gestern nebst allem Gelde, was er bei sich gehabt, dem Kerkermeister hatte übergeben müssen.
„Ei nun, was thut's?" murmelte er. „Man wird mir schon wieder Alles einhändigen. Nur Geduld — es ist noch früh, muß noch früh sein, denn ich bin ja mit dem ersten Tagesgrauen aufgestanden. Ich kann ja warten."
Aber warten, warten in solcher Lage, in Gefangenschaft, im Kerker warten auf das köstliche irdische Gut, auf Freiheit, das ist eine Marter, die nur der im vollen Umfange zu empfinden vermag, der sich ebenfalls schon dieses edelsten aller menschlichen Güter beraubt sah. „Geduld! Geduld!" rief sich Ferdinand noch immer zu, als er schon längst keine Geduld mehr hatte, als schon jede Fiber an ihm in Aufregung zitterte, als ihm die Stirn brannte und sein Athem vor Ungeduld flog. Immer rascher maß er heftigen Schrittes den Kerker, öfter trat er an die Thür und drückte sein Ohr dicht daran, um zu lauschen und unwillig stampfte er mit dem Fuße, wenn noch immer das vorige, schreckliche, tiefe, ununterbrochene Schweigen herrschte. Das Einzige, was er hörte, oder zu hören glaubte, war das Klopfen seines pochenden, ungestüm drängenden Herzens. Ferdinand kam sich so verlassen vor, so einsam, so abgeschnitten von aller Welt, so tröst- und hilflos allein. Die schwermüthigen, traurigen Gedanken überwältigten mehr und mehr die hoff- nungsfreudigen, und endlich, als wiederum, wie gestern, der letzte Tagesschimmer erlosch, als er sich selber eingestehen mußte, daß er für heute wenigstens seinen Kerker nicht verlassen werde, da sank er weinend in einem Winkel des

