99

dicke, knotige Keulen wurden über unsern Köpfen geschwungen; zweihundert kreischende, schwarze Dämonen stießen sich und kämpften mit einander um freien Raum, daß sie ihre Wuth an uns ans- lassen könnten, und um die günstige Gelegenheit, uns einen nieder­schmetternden Schlag zu versehen oder Speere und Geschosse nach uns zu schleudern."

Stanley suchte in dieser Lage, die keine Hoffnung auf Rettung übrig ließ, noch etwas Kaltblütigkeit zu bewahren, er nahm in jede Hand einen Revolver und ließ durch seinen Sprecher sagen, daß er als ein Freund gekommen sei, daß er Eßwaaren kaufen wolle, sie möchten nur erlauben, daß er an ihrer Küste lande. Die Ruhe schien auf die Massen zu wirken, denn sie wurden ruhiger. Als aber neue Massen hinzukamen, begann der Lärm wieder. Stanley nahm beide Revolver in eine Hand, zeigte den Wilden Perlen, Zeug, Draht und suchte sie zu einem Schauri, einer Raths­versammlung zu bewegen. Jetzt wird Frieden werden, die Ge­müther beruhigen sich, die Wilden fordern Geschenke, die ihnen gegeben werden, und ertheilen die Erlaubniß zum Bleiben, wollen auch Nahrungsmittel verkaufen. Freude und Ruhe und das Ge­fühl der Sicherheit kehrt in die geängstigten Herzen der Waganda und Wangwana zurück. Plötzlich, nach wenigen Stunden erscheinen gegen 390 Wilde am Ufer und erklären keck, daß sie kämpfen wollen. Sechs Mann stürzen an das Boot, bemächtigen sich der langen Ruder und eilen unter dem Freudengcschrei der Ihrigen davon. Stanley durchschaut sogleich die Gefahr. Seine Boots- mannschaft stellt er zu beiden Seiten des Bootes und fordert zur pünktlichsten Befolgung seiner Befehle auf. Dann schickt er einen Boten aus, der um Frieden bitten soll. Als er sieht, daß der Bote nichts ausrichtet, ruft er ihn zurück, läßt die Wangwana

das Boot anfassen, anheben und in den See schleppen: dann

7*

v