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Stäbchen. Da war das kupferne Schloß plötzlich seinen Augen entrückt, König Agbb stand in seinem Paläste, und unter ihm lag seine Hauptstadt und das wogende Meer. Er staunte über das Wunder, und war über den schnellen Abschied betrübt, doch tröstete er sich bald, ward glücklich, beglückte auch sein Volk, und regierte klug und gerecht bis au das Ende seines Lebens. Die Prüfungen des Schicksals hatten ihm Weisheit verliehen.
Harun al Jasclüd und Ibdallalr.
«Der weise Chalif Harun al Raschid, d. h. der Gerechte, fand die größte Freude darin, sein Volk glücklich zu machen, und immer für das Beste seines Reiches besorgt zu sein. Nun wußte er recht gut, daß die Beamten des Landes nicht selten ihre Pflicht vernachläßigten, wenn sie glauben konnten, daß ihre Sorglosigkeit nicht bemerkt werde, und sie die Strafe des Chalifen nicht zu fürchten brauchten. Da verkleidete sich denn oft der weise Herrscher, so daß er ganz unkenntlich war, mischte sich unter das Volk, horchte hier und da, forschte rechts und links, und wo er etwas Unrechtes erfuhr, da ließ er den Schuldigen gleich fest nehmen, und bestrafte ihn streng und gerecht. Das war sehr schön und löblich, das Volk befand sich wohl dabei, und liebte den Herrscher von ganzer Seele.
Ost trug es sich auch zu, daß Harun viel Seltsames erfuhr. So ging er eines Abends, als es schon beinahe ganz dunkel geworden war, mit seinem Vezicr Giafar, den er sehr hoch schätzte, durch die Straßen Bagdads. Beide hatten Derwischkittel angezogen , und sahen ganz unscheinbar aus. Da hörte der Sultan eine bittende Stimme, die rief: „Wer ihr auch seid, die ihr hier vorbei wandelt, habt Mitleid mit einem Blinden, und reicht ihm ein Almosen!" Harun hatte die Worte kaum vernommen, als er schon eine Zcchine ergriff, und sie Giafar übergab mit dem Befehle, das Goldstück dem Blinden einzuhändigen. Giafar gehorchte.

