25

daß sie unter ihrer Last stöhnten und ächzten, und ich konnte nicht das Geringste mehr bergen und fortbringen; es lagen aber noch so viele Reichthümer da, daß man kaum bemerken konnte, daß achtzig Kameelladungen davon genommen waren. Als ich dem Derwisch gesagt hatte, daß die Kameele zur Abreise bereit standen, da sah ich, wie er zu einer himmelblauen Urne schritt, hinein griff, ein kleines Büchschen von fremdem Holze heraus nahm und es in seinem Kleide verbarg. Weiter nahm er nichts mit sich, und schritt dann achtlos über alle Reichthümer und Schätze hinweg. Kaum waren wir aus dem Portale getreten, so schloß es sich auch schon wieder mit furchtbarem Getöse, und es war keine Spur mehr von einem Palaste zu erblicken. Hierauf sprach der Derwisch:Abdallah! wähle die vierzig Kameele aus, und wende dann deine Schritte links gen Osten, ich werde gen Westen pilgern." Er sagte das so ernsthaft und würdevoll, daß ich keine Einrede wagte, die Ka­meele aussuchte und meinen Weg gen Osten nahm, nachdem ich vom Derwisch Abschied genommen hatte.

Kaum war ich jedoch hundert Schritte gegangen, wendete ich mich schon um, und sah dem Derwische nach, der mit meinen vier­zig Kameelen davon zog. Ich bemerkte, daß er viel Roch und Mühe hatte, sie vorwärts zu treiben, oder ich redete mir vielmehr das mir ein, um einen Grund zu haben, ihm noch einmal nachzu­laufen, und ihm wo möglich noch einige Thiere abzuschwatzen. Gedacht, gethan; ich schrie dem Derwisch nach: Halt, guter Freund! ich muß dir etwas Wichtiges mittheilen; halt an und erwarte mich! und lief so schnell ick konnte, hinter ihm her. Der Der­wisch erwartete mich, und ich sagte zn ihm: Lieber Herr und Freund! ich sehe, daß es Euch ausnehmend schwer wird, die vierzig Kameele zu lenken und zu führen, Ihr seid daran nicht gewöhnt, und sie werden Euch am Ende noch alle davon laufen, wenn Ihr Euch eines Theiles der Last nicht entledigt; gebt mir noch zehn Kameele, dreißig lassen sich schon eher regieren. Der Derwisch lächelte und sprach:Du hast Recht, Abdallah! suche dir zehn Thiere aus." Ich war seeleuvergnügt, und hatte bald genug meine Wahl getrof­fen. Ich nahm noch einmal Abschied, dankte und ging davon. Der Derwisch wendete sich wieder nach Westen. Als ich bei mei­nen Kameelen wieder anlangte, ärgerte ich mich abermals, denn die