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Und immer neue Schaaren rückten in das mörderische Feuer über die Leiber der Kameraden, die todt oder ver­wundet den Boden bedeckten, und lange, lange schwankte der Sieg, bald auf diese, bald auf jene Seite sich neigend.

Das Regiment, bei welchem Severin stand, hatte im Lause des Tages große Anstrengungen geniacht nnd große Verluste erlitten. Seine Reihen waren bis fast auf die Hälfte gelichtet, und unter den übrig Gebliebenen befan­den sich nur Wenige, die nicht verwundet oder bis auf das Acußerste erschöpft waren. Trotzdem dachte Keiner an Rückzug, trotzdem brannten Alle vor Eifer, noch einmal vor den Feind geführt zu werden, und jeder Einzelne dachte wie der alte Blücher:Wir müssen gewinnen!"

Es galt eine letzte große Anstrengung. Severin ver­band eben seinen blutenden Arm, der durch einen Streif­schuß verwundet war, mit seinem weißen Taschentuche, als plötzlich nach allen Seiten hin die Adjutanten flogen und neue Befehle zum abermaligen Vorrücken überbrachten. Die Trommeln wirbelten im Sturmschritt, mit ge­fälltem Bajonett ging es gegen den Feind, der die an­rückenden dunkeln Heeresmassen mit fester Entschlosienheit erwartete.

Von Severin's Regiment waren nur noch drei Tam­bours übrig geblieben, aber diese drei erfüllten wacker ihre Pflicht. Vorwärts, vorwärts ging es unter Trom­melwirbel gegen eine Batterie, die von starken Heerhaufen gedeckt war. Mit Hurrah drangen die tapfern Preußen voran. Da plötzlich erkrachte der Donner der Kanonen, und ein Kartätschenhagel, vermischt mit einer Wolke von Flintenkugeln, schlug vernichtend in die Reihen der An­stürmenden ein. Rechts und links stürzten die helden- müthigen Kämpfer die Trommeln waren verstummt die Schrecken des Todes in so furchtbarer Gestalt er­schütterten selbst die Herzen der Tapfersten. Das Regi­ment hielt inne im Vorwärtsschreiten die Reihen schwankten noch wenige Augenblicke, und sie hätten sich vielleicht in regelloser Flucht rückwärts gewendet.

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