blutige Feld. Ueberall, überall siegten die Schaaren Blü- cher's überall wichen die Franzose» zurück. Der Sieg war gewonnen, und auf dem dampfenden Schlachtfelde sprang der Oberst von Severin's Regimente vom Pferde und umarmte den kühnen Jüngling, welcher so zu rechter Zeit sein Gewehr mit der Trommel vertauscht hatte. Jauchzend umringten ihn auch seine Kameraden, sie drück­ten ihm die Hände und risien ihn stürmisch an die Brust. Der Jüngling aber, wie beschämt von so großem Lobe, legte in seltsamer Verwirrung die Trommel ab, raffte eine Muskete von der Erde auf und trat wieder in die Reihen seiner Kameraden zurück.

Der Tapfere, der mit so großem Muthe so viel Gei­stesgegenwart und Entschlossenheit gezeigt hatte es war Severin! Das Tuch um den verwundeten Arm verrieth ihn, obgleich Pulverdampf und Staub sein Gesicht bis zur Unkenntlichkeit geschwärzt hatten.

Anstatt aber von dem glücklichen Erfolge seines raschen Entschlusses erfreut zu sein, blickte Severin wie träumend umher und schien in den Reihen seiner Kameraden etwas ru suchen, was seine ganze Seele erfüllte. Aber der ge­täuschte Ausdruck der Erwartung, welcher sich in seinen Zügen ausprägte, sagte deutlich, daß er vergebens suchte.

Wunderbar! Wunderbar!" murmelte er vor sich hin und schüttelte den Kopfich kann doch unmöglich ein Gespenst am hellen Tage gesehen haben! Er war es er muß es gewesen sein! Es war seine lange, hagere Gestalt, und trotz des lang gewachsenen weißen Bartes, der Lippen und Kinn umkräuselte, habe ich ihn erkannt. Wo ist er? Wo ist er? Sollte er verwundet oder ge­fallen sein? Ich sah ihn doch noch in dem Augenblicke, als mich der Oberst umarmte!"

Wieder und wieder durchsuchte Severin mit seinen Blicken die Reihen der Kameraden, ließ seine Augen über das blutige, mit Todten und Verwundeten bedeckte Schlacht­feld schweifen, sah aber auch jetzt nicht, was er so eifrig suchte. Gern wäre er aus Reih' und Glied getreten, um genauere Nachforschungen anzustellen, aber das durfte er