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Luise hatte sich diese Verslein ausgebucht und der Kantor deS Orts die Musik dazu gemacht. Die Mutter fand in der Laube auf einem runden Tisch mancherlei Sachen, welche die Kinder selbst ver­fertigt hatten, ausgebreitet. Luise hatte der Mutter ein weißes Morgenklcid aus Piquet gemacht. Das Zeug war auf dem letzten Markte gekauft, und das Kleid nach einem Muster, ivclches die Mut­ter liegen hatte, zugeschnitten. Emilie hatte zu den neuen Vorhän­gen in der blauen Stube, welche für die Fremden bestimmt war, eine feine künstliche Besetzung aus Filet, mit langen Schnüren und Troddeln gestrickt, und Marie ein Halstuch mit einer ein­fachen Blumenkante, so gut als sie es verstand, gestickt. Alles dies war mit Blumen mancherlei Art aufgeputzt. Die Mutter war tief gerührt über alle diese Liebesgaben.

Nachdem sie Alles Wohl zehnmal beschaut und bewundert, führte sie der Vater nach dem Gartcnhause. Der Eingang war ebenfalls mit Blumen umkränzt und mit Laubwerk umwunden. So wie sie hineintrat, überreichten ihr die Kinder die Bilder merkwürdiger Frauen, Catharina von Bora, Luthers vortreffliche Hausfrau und die geistreiche, fromme Elisa von Reck; die zarte, gefühlvolle Marie Mnioch, die so früh den Lauf ihres schönen Lebens unter Sorgen und Kummer vollenden mußte; die holde Angelika Kauf­mann, die das göttliche Urbild der Kunst in reiner Seele aufgefaßt und mit rührender Wahrheit wieder gegeben hat; die ehrwürdige Mutter la Röche, die das Schöne des weiblichen Lebens mit zarter Feder geschildert; die gefühlvolle Caroline Rndolphi, die die Freuden des häuslichen Lebens und daS Rührende in der Natur in lieblichen Dichtungen dargestellt; und vor allen die edle Königin Luise von Preußen, die treue liebreiche Gattin, die sorgsame, zärt­liche Mutter, die milde, huldreiche Fürstin, die fromme, tugend­hafte Frau.

Die Bilder dieser edlen deutschen Frauen hatte der Vater ge­kauft, und machte sie jetzt, in goldenem Rahmen gefaßt, der Mutter zum Geschenk. Die Kinder hatten sie mit Blumen umkränzt, und so der Mutter entgegen getragen. Diese war hoch erfreut, die Bil­der von Frauen zu sehen, die sie alle verehrte, und deren Andenken ihr unendlich werth war. Sie hing die Bildnisse in dem Zimmer

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